Wahlkampf in den USA – Es ist mal wieder Zeit für die Böse-Waffen-Amis-Karte

19 Okt

Der US- Wahlkampf geht in die finale Phase: Am 8. November 2016 wird der neue amerikanische Präsident gewählt. Oder die neue Präsidentin, je nachdem. Bei den amerikanischen Elite-Medien ist es größtenteils so, dass sie auf der Seite Hillary Clintons stehen, die linken deutschen Medien tun dies zu nahezu 100%. Der Wahlkampf drehte sich in letzten Tagen hauptsächlich um die schlimmen sexistischen Ausfälle Trumps – vor einem Jahrzehnt und länger. Das sich die Frau von Bill Clinton, wohl nach Kennedy einem der schlimmsten Sextäter im Präsidentenamt, nicht schämt, die Sexismus-Karte auszuspielen, zeugt nur von ihrer Schamlosigkeit. Michelle Obama fühlt sich als Frau beleidigt, dass Trump überhaupt noch atmen darf, nach dem, was er für Verbrechen begangen hat. Aber die Elite-Medien schweigen sehr geflissentlich über die Verbrechen, die Hillary Clinton, oder die Clintons begangen haben: die Email-Affäre, die dubiosen Machenschaften der Clinton Foundation, die Kriegsgeilheit Hillarys, die schon mal den Vorschlag macht, man könne doch den unliebsamen Wikileaks-Gründer vielleicht einfach mit einer Drohne vernichten…

Roger Köppel hat in einem ziemlich singulären Artikel in der deutschen Presse dargelegt, dass Donald Trump vielleicht das kleinere Übel sein könnte. Ich als Frau kann über die doch eher lachhaften sexistischen Vorwürfe hinwegsehen, im Angesicht dessen, dass Hillary die wahrscheinlichere Kandidatin ist, einen dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen!

Nun denn, die deutschen Medien sind jedenfalls alle Pro-Hillary und Anti-Trump. Von neutraler Berichterstattung kann keine Rede sein, es wird offen gegen Trump gehetzt und dieser wird permanent der Lächerlichkeit preisgegeben. Ich will mich hier gewiss nicht als Trump-Anhänger outen, ich sehe es eher wie Köppel, nämlich dass er das kleinere Übel wäre.

 

Bislang ist im Zuge von Sexaffären und co. aber ein Thema hierzulande zu kurz gekommen, das nicht fehlen darf, weil es untrennbar zum Begriff „Ami“ gehört: Waffen. Nun, „die Zeit“ hat das glücklicherweise nachgeholt und einen Gastbeitrag von Lad Everitt abgedruckt, der „Als bräuchte wirklich jeder eine Waffe“ lautet.

 

Wurde aber auch Zeit.

 

Wie die Überschrift suggeriert, vertritt der Autor, der zehn Jahre lang Sprecher der „Coalition to Stop Gun Violence“ war und dieser Tage Direktor der Organisation „One Pulse for America“ ist, die für eine Verschärfung der Waffengesetze kämpft, die Position der Gun Controler.

Wie üblich bei diesen Menschen, beginnt er sein Essay mit „Betroffenheits-Lyrik“, indem er das Begräbnis eines bei einem „school shooting“ erschossenen Kindes beschreibt.

Betroffenheit zieht bei den ihm geneigten Lesern immer gut. Man könnte natürlich auch den Fall eines Kindes, dessen Mutter bei einem heißen Einbruch durch die Täter getötet wurde, beschreiben. Oder einfach bei den Fakten bleiben.

Nein, nein, dann lieber Betroffenheit und zwar in die Richtung, die man selbst wünscht.

Nachdem also genug in Betroffenheit gebadet wurde, kommt er auf den Punkt: die Präsidentschaftskandidaten und ihre Haltung zum Waffenrecht.

Hillary – „seine“ Kandidatin, steht angeblich für folgende Maßnahmen:

  • Generellebackground checks aller Waffenkäufer, also die Überprüfung, ob sie etwa vorbestraft sind oder an schweren psychischen Erkrankungen leiden: Bisher sind die Regelungen nicht einheitlich, und es gibt Ausnahmen.
  • Schließung einer Gesetzeslücke (Charleston Loophole), die es möglich macht, einen Waffenverkauf dennoch abzuschließen, wenn das Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung nach drei Werktagen noch nicht vorliegt: Der Amokläufer von Charleston, Dylann Roof, hatte seine Waffe so bekommen.
  • Ein Gesetz aufheben, das der Waffenindustrie Immunität gibt: Der Protection of Lawful Commerce in Arms Actverhindert in den meisten Fällen, dass gegen Hersteller, Händler und Verkäufer wegen der Verletzung von Sorgfaltspflichten geklagt wird.
  • „Schwarzen Schafen“ unter den Waffenhändlern soll die Lizenz zum Verkauf entzogen werden. Laut einer Studie ist nur gut ein Prozent der staatlich lizenzierten Waffenhändler für 60 Prozent aller Verbrechen mit Waffengewalt in den USA verantwortlich.
  • Wer häusliche Gewalt ausübt, ein gewalttätiger Krimineller und schwer psychisch krank ist, soll keine Waffe bekommen können.
  • Als Strohmann Waffen für andere zu besorgen, denen dies verboten ist, soll unter Strafe gestellt werden.
  • Das Verbot von Sturmgewehren soll erneuert werden.

 

Aha. Manches ist einfach Schwachsinn, wie das Verbot dieser ominösen „Sturmgewehre“, die in der Verbrechensstatistik überhaupt keine Rolle spielen. Manches ist bereits Gesetz, wie beispielsweise die Forderung „wer häusliche Gewalt ausübt, ein gewalttätiger Krimineller und schwer psychisch krank ist, soll keine Waffe bekommen können“.  Das Problem hierbei ist nur, dass Hinweise auf psychische Erkrankungen nicht konsequent ins System eingepflegt werden und so bei Backgroundchecks auch nichts heraus kommt. Also ein Problem der Behörden. Wenn Hersteller von Waffen dafür belangt werden könnten, dass jemand damit getötet wurde, würde der Gegenstand Waffe ad absurdum geführt werden. Alles in allem ist hier zwar manches ärgerlich, aber es soll wirklich nur darum gehen? Schade nur, dass das die amerikanischen Waffenbesitzer nicht glauben. Dazu gibt es auch zu viele Hinweise darauf, was Hillary wirklich will:

Hillary wants to shut it down. If we can get guns away from everyone in this country, she’ll close the loopholes, she’ll get rid of assault weapons, she will get rid of being able to buy you know, unlimited bullets, she’s gonna make all that stop.” (Hillary will ihn platt machen (den 2. Verfassungszusatz). Wenn wir allen in diesem Land die Waffen wegnehmen, wird sie die Schlupflöcher schließen. Sie wird die Sturmgewehre loswerden, sie wird beenden, dass jeder unbegrenzt Munition kaufen kann – sie wird all das beenden!)

Man könnte jetzt fragen: Und was haben Sturmgewehre und „unbegrenzte“ Munition mit toten Kindern zu tun? Amokläufer kommen auch anders an Tatwaffen (ja, Tatwaffen, denn wenn keine Schusswaffen greifbar sind, nehmen sie Messer, Schwerter, Macheten oder Chemie…) und Gangster brauchen auch nicht „unbegrenzt“ Munition. Aber vielleicht sind „Sturmgewehre“ und „unbegrenzte Munition“ nützlich bei Aufständen gegen die Regierung und ihre Pläne? Vielleicht soll das von der „lieben Führerin“ Hillary verhindert werden?

Für Everitt ist aber klar, wer „das Böse“ ist: Trump und die NRA. Trump stelle sich gegen die Ausweitung der Sicherheitsprüfungen, obwohl „90% der Amerikaner dafür sind“. Wo hat er denn diese Zahl her?

Jedenfalls hält Trump  „die Anzugträger der NRA“ für „gute Leute“, womit er sich in den Augen des Autors einmal mehr disqualifiziert. Trump würde nach Meinung des Autors die Rechte für Waffenbesitzer – und –träger noch erweitern, beispielsweise durch den National Concealed Carry Reciprocity Act, der bewirken würde, dass Menschen mit einer Erlaubnis zum Führen von Waffen dies auch in Bundesstaaten mit strengeren Waffengesetzen tun dürften.

Die Welt der Liberals ist so schön einfach: Dem bösen Trump sind 100000 (!!!) Schusswaffenopfer pro Jahr egal, aber die gute Hillary stellt sich gegen Waffengewalt.

Ob das die Mehrheit der Amerikaner auch so sieht?

Die Presse ist jedenfalls eifrig dabei, die Niederlage Trumps – die „Sexaffären“ sollen ihm das Genick gebrochen haben – schon mal medial vorweg zu nehmen. So, als könnten sie so die self fulfilling prophecy herbeischreiben und herbeisenden.

Wir werden sehen. Es bleibt spannend. Denn es gibt genug Amerikaner, die den Mist von Leuten wie Everitt schon lange nicht mehr schlucken.

2 thoughts on “Wahlkampf in den USA – Es ist mal wieder Zeit für die Böse-Waffen-Amis-Karte

  1. Nun ja. Trump liess seinen „Trump-Tower“ von einer Bauleiter-„in“ hochziehen.
    Wer in der Bauindustrie arbeitet weiss wie ungewöhnlich das bei solchen Projekten auch heute noch ist.
    Offenbar zählen bei Trump die Qualifikationen mehr wie Frau-Mann Vorurteile.
    Nur nimmt das niemand zur Kenntnis, die lesen lieber das was ihre Vorurteile bestätigt.

    Klar, Hillary würde für grosse Spenden auch Waffen verbieten. Sie ist ja dafür bekannt keine eigenen Ideen zu entwickeln, sondern das zu tun was andere ihr nahelegen, …….und wenn die „anderen“ Finanzstark sind, findet sie deren Gedanken noch „richtiger“.

    Das US Ministerium für Heimatschutz hat vor ca.3 Jahren Milliarden Schuss Munition und andere Güter eingelagert, so viel das man auf dem Europäischen zivilen Markt kaum noch Munition gewisser Hersteller kaufen konnte.

    Folge davon ist auch, das in den USA mittlerweile Universitäten, Gemeinden, Polizeistationen, Feuerwehren, Katastrophenschützer und viele andere Panzerfahrzeuge haben.

    So etwas kann eigentlich nur für das niederhalten der eigenen Bevölkerung gedacht sein, also für den Fall das die Bürger in den USA sich gegen ihre Regierung stellen.

    Wer mit US-Bürgern kontakt hat, der weiss das sich dort viele Menschen auf den Tag-X vorbereiten an dem sie sich gegen ihre Regierung wehren müssen.
    Und natürlich ruft das eine Gegenreaktion der Politik hervor.

    Der Fall „Ammon Bundy“ und sein Kampf gegen Behördenwillkür ist geradezu Exemplarisch für das was in den USA kommen wird. Es ging um seit über 130 Jahren zugängliches öffentliches Weideland. Natürlich ist solches Land wenig wert, besser ist es dieses irgendwie zu normalem Staatseigentum und damit handelbar zu machen.

    Ich könnte mir vorstellen das der Versuch die Bürger aktiv zu entwaffnen das Fass zur Explosion bringt. Es dürfte da Hunderttausende geben die ihre Waffen nicht abgeben, sie verstecken und auch aktiven Widerstand gegen die Behörden leisten werden.

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