Von Wölfen, Schafen und Hütehunden

7 Feb

„Es war einmal…“

Das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein kennt wohl jeder. Die Geißenmutter ermahnt ihre Kinder, den bösen Wolf nicht herein zu lassen, da er sie sonst fressen würde. Sie sollten nur ihr, ihrer Mutter, die Türe öffnen. Die Geißlein sind auch folgsam, nur leider überlistet sie der Wolf und frisst sie alle bis auf eines, das sich in der Wanduhr verstecken konnte. Da es ein Märchen ist, kann die Mutter zusammen mit dem Geißlein, das entkommen ist, den Wolf aufspüren, die noch lebenden Geißlein aus seinem Bauch befreien und den Missetäter seiner Strafe zuführen.

Wenn man das Märchen auf die Attentate in Paris bezieht, dann haben die Geißlein nicht versucht, ihre Tür zu bewachen und ein Happy End gab es auch nicht. Die Geißlein blieben tot, auch wenn die Mutter (die Einsatzkräfte) den Wolf zur Strecke gebracht hat (oder er sich selbst).

Das Märchen wäre eigentlich passender mit Schafen, denn Ziegen sind intelligent (intelligenter als Schafe jedenfalls) und scheuen sich auch nicht, im Zweifel ihre Hörner zur Verteidigung ein zu setzen.

Zudem ist es eine Schafsmentalität, die unsere Regierung, die Regierungen von Europa, von uns wollen. Nach den Attentaten von Paris kam natürlich die Frage auf, was man tun könne,   wenn man in so einen Angriff geriete (man also zur falschen Zeit am falschen Ort ist) und was wird uns empfohlen: Rennen und verstecken.

Super! Das haben sie wohl aus dem Märchen mit den sieben Geißlein gelernt…Nach den Sex-Attacken von Köln und anderen Städten war es dasselbe: Politiker und ihre Helfer boten komplett nutzlose Tipps an, wie man sich gegen derartige Angriffe „zur Wehr setzen“ könne (Stichwort: Armlänge Abstand und „Stop!“).

Bin ich unnormal, wenn ich mich nicht wie ein Geißlein verstecken will, das nichts kann als hoffen, dass es das siebte, das kleinste Geißlein sein wird, das dem Massaker oder einem Angriff entgeht?

Bin ich unnormal, weil ich lieber mich und andere vor so einem Angriff schützen will, indem ich wenigstens in der höchsten Not versuchen will, dem etwas entgegen zu setzen?

Verständlich ist, warum Regierungen nicht wollen, dass sich ihre Bürger selbst verteidigen können: Sie haben Angst, dass diese sich in letzter Konsequenz gegen sie selbst richten könnten. Hier geht es um das „im großem Maßstab“, denn „im kleinen Maßstab“, also gegen Terrorgruppen, können Waffengesetze ohnehin nichts ausrichten. Dem Problem wäre zwar dadurch zu begegnen, indem man nicht Politik gegen die Bevölkerung macht, sondern für sie. Aber vielleicht ist das auch gar nicht gewünscht. Bei Politikern hat man dieser Tage das Gefühl, die Politik sei für sie und ihre Befindlichkeiten da, nicht für die Bevölkerung. Wie bockige, verzogene Kinder, die nicht teilen wollen, möchten sie das Recht auf Waffen bei sich – dem Staat und seinen Behörden – belassen. Und ohne der Pflicht zum Schutz, die daraus notwendigerweise resultiert, auch nur ansatzweise nachkommen zu können.

Denn was wurde nach den Attentaten von Paris versucht? Richtig, die Waffengesetze in der EU müssen verschärft werden! Schwupps, war ein Papier, das bestimmt schon seit längerem auf seine Chance gewartet hatte, aus der Schublade gezogen, in dem ein Maßnahmenkatalog vorgestellt wurde, zu dem gehörte, bestimmte Waffen (Halbautomaten) ganz zu verbieten, Waffenbesitzkarten nur auf 5 Jahre auszustellen und eine MPU für Sportschützen und Jäger vorzuschreiben. Echt jetzt? Terroristen aus dem Nahen Osten verüben mit über den Balkan eingeschmuggelten vollautomatischen Kriegswaffen Terroranschläge und eine Bestrafung der Legalwaffenbesitzer und ihrer Waffen soll die Lösung sein?

Noch vor ein paar Wochen wurden die Sorgen der Bevölkerung, dass sich unter tausenden von unregistrierten und mangels Ausweispapieren oder durch gefälschte Papiere falsch registrierten Flüchtlingen auch ganze Horden von Terroristen ins Land kommen könnten, als völlig unbegründet abgetan (ohne aber auch nur irgendeinen Beleg für ihre Gegenthese zu haben). Nun wurde angeblich ein Anschlag im Zentrum Berlins vereitelt, den als Flüchtlinge ins Land gekommene Terroristen geplant hatten. Sollen wir jetzt „stolz“ auf unsere ach so guten Ermittler und beruhigt sein, oder eher zornig über das „Geschwätz von gestern“ und beunruhigt, was den Ermittlern alles entgehen könnte?

Die Haltung der Regierung ist aber, wenn man ihr Böses unterstellt, zumindest nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist für mich, warum immer noch so viele aus der Bevölkerung ihre Schafsmentalität weiter pflegen. Eine große Portion Staatsgläubigkeit ist schon von Nöten, um einen Unterschied zwischen (moralischen) Staatsdienern (Polizei, BW) und Bürgern zu sehen. Bürger sollen keine Waffen haben, weil dann schlimme Dinge passieren könnten: Unfälle mit Schusswaffen durch Fahrlässigkeit, Beziehungstaten und andere Verbrechen. Und diese Gefahr ist sofort eliminiert, weil der Betreffende im Staatsdienst ist? Weil Staatsdiener per se keine Fehler machen, per se moralisch 100% korrekt sind und nie Verbrechen begehen können?

Wir halten fest: Es gibt keinen Unterschied in dieser Hinsicht. Somit ist es nicht gerechtfertigt, nur der dem Staat dienenden Gruppe Waffen zuzugestehen, der anderen nicht.

Glauben die Schafe wirklich, dass die Gruppe, der sie allein Waffen zugestehen, sie schützen können? Mittlerweile kommt die Polizei nicht mal mehr, wenn ein Juwelier ausgeraubt wird.

Ist es denn so schwer, zunächst mal mental die Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen? Und selbst wer das aus verschiedenen Gründen nicht will: Sollte es nicht in seinem Interesse sein, dass andere um ihn herum, normale Bürger wie er selbst, das können?

Es ist doch ein wenig wie beim Impfen: Je flächendeckender der Schutz, desto besser. Auch wenn nicht alle geimpft werden können, so werden die Ungeimpften durch den großen Prozentsatz an Geimpften in der Bevölkerung mit geschützt. Je weiter dieser Prozentsatz sinkt, desto gefährdeter sind die Ungeimpften. Mit dem Schutz durch bewaffnete Bürger verhält es sich ebenso.

Ich selbst habe mich in Texas wohl gefühlt: Auch wenn ich während der kurzen Dauer eines Urlaubs nicht selbst eine Waffe führen durfte, so fand ich es eher beruhigend als erschreckend, dass die dortigen Waffenbesitzer ihre Waffen führen.

Diese Bürger sind „Sheepdogs“, Hütehunde, die die Herde beschützen (und sich selbst). Auch Militär und Polizei, Rettungskräfte im Allgemeinen, sind Sheepdogs. Sie werden oft nicht geliebt. Die staatlichen Hütehunde zu mögen oder nicht hängt auch von der politischen Einstellung ab. Aber eine schutzlose Herde kann doch in niemandes Interesse sein. Aber in der deutschen Bevölkerung gibt es massive Ablehnung des bewaffneten Bürgers. Nicht nur des bewaffneten, sogar einfach des wehrhaften Bürgers. Mit den Vorfällen in Köln ist diese Ablehnung zwar etwas zurückgegangen. In den USA war und ist das anders. Da ist der bewaffnete Bürger von einem wesentlich größeren Teil der Bevölkerung akzeptiert (nicht von den Liberals, natürlich, die setzen auch allein auf staatliche sheepdogs) und ein größerer Teil der Bevölkerung hat nicht unsere Schafsmentalität. Es kommt nicht von ungefähr, dass es dort viel mehr Webseiten gibt, die Anleitungen für Sheepdogs geben. Die Webseite Breach Bang Clear als Beispiel hat nach den Anschlägen in Paris eine dreiteilige Serie zum Verhalten in Terrorlagen veröffentlicht, die ein wenig mehr Tipps enthält als „weglaufen und verstecken“. Oder eine Webseite, die Kurse für Sheepdogs speziell für den kirchlichen Bereich anbietet.

Hier heißt es:

„Was sind Sheepdogs?

Es heißt, dass es auf der Welt 3 Arten von Menschen gibt…

…Wölfe, Schafe und Hütehunde. Die meisten sind Schafe – und das ist nicht falsch. Sie lieben die Ruhe und den Frieden und es ist nicht anzunehmen, dass sie den Moment beim Schopf packen, wenn es zur Gewalt kommen sollte.

Eine andere Art Mensch ist der Wolf. Wölfe können bösartig sein. Sie greifen einen Menschen an, auch wenn sie nur dessen Brieftasche wollen oder beschlossen haben, seine Tochter zu vergewaltigen. Sie sind böse.

Glücklicherweise gibt es eine dritte Art: Sheepdogs. Sheepdogs lieben den Frieden auch. Andererseits sind sie sich dessen bewusst, dass es auch das Böse auf der Welt gibt. Sie wissen, dass Wölfe umherstreifen. Sie dürsten nicht nach Gewalt und wünschen, dass die Welt frei von Krieg und Aufständen ist. Aber sie wissen, dass das Himmelreich noch nicht gekommen ist. Und bis es soweit ist, wird der Sheepdog seine Haltung gegen gewalttätige Menschen (Wölfe) bewahren.“

 

Es kommt nicht von ungefähr, dass die Amerikaner Anteil an den Ereignissen in Deutschland nehmen und uns raten, endlich die Haltung eines Sheepdogs einzunehmen. Wenn unsere Regierung nicht will, dass sich mehr und mehr Bürger auf illegale Weise bewaffnen, dann sollten sie darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, geschulten, ausgebildeten und trainierten Bürgern das Tragen von Waffen zu gestatten. Denn die Sicherheitslage wird sich in nächster Zeit bestimmt nicht zum Guten wenden.

2 thoughts on “Von Wölfen, Schafen und Hütehunden

  1. Pingback: Von Wölfen, Schafen und Hütehunden…. – German Rifle Association

  2. „A land consists of sheep denying there may be a wolf. But a wolf is always there, lurking and preying. Can’t disarm the wolf. Arm the sheep.“

    Die Regierung schafft in ihrer Kurzsichtigkeit immer mehr illegalen Waffenbesitz. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Problem, da auch illegale Waffen nur in einem winzigen Bruchteil von Verbrechen eingesetzt werden. Schlimmer ist, daß die Besitzer dieser Waffen nicht damit umgehen können und dadurch sich selbst und Andere gefährden.

    Wer keine Waffe will, wer nicht die Verantwortung für sich und seine Mitmenschen übernehmen will, der soll wenigstens mich nicht davon abhalten, meine Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen. Ich bin gut geschult, habe mit der Waffe wesentlich mehr Handhabungs- und Treffsicherheit als ein durchschnittlicher Polizist (da ich wesentlich mehr trainiere) und bin genau so verantwortungsbewusst. ich will nicht Polizei spielen (sonst hätte ich diesen Beruf ergriffen), sondern nur mein gesetzlich verbrieftes Recht ausüben können.

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