Terror in Paris – und täglich grüßt das Murmeltier

21 Nov

Am Freitag fand eine der schlimmsten Terrorattacken in Europa der vergangenen Jahre statt. In mehreren koordinierten Angriffen wurden während des Länderspiels Deutschland – Frankreich mehrere Bombenattentate und Schießereien ausgeführt, wobei das schlimmste Attentat die Schießerei im Club Bataclan war, wo 3 Attentäter mit Kalaschnikows (vollautomatisch!) über 100 Besucher eines Heavy Metal – Konzerts  töteten und verletzten. Die Gesamtbilanz waren ca. 130 Tote und ca. 400 Verletzte, wobei ca. 100 davon in kritischen Zustand sind. Zu diesen Attentaten bekannte sich der IS, der Frankreich als Ziel gewählt hatte, weil das Land aktiv im Kampf gegen den IS mitwirkt. Jedoch dürfen wir uns hier in Deutschland nicht in Sicherheit wiegen, auch Deutschland kann (und wird) Ziel des IS sein.

 

„Erst mal ne Demo!“

 

Und was sehe ich gestern von meinem Arbeitsplatz aus? Da findet eine Demo gegen Rassismus statt! Ich hätte laut loslachen können! Nicht, weil ich für Rassismus auch nur die kleinste Sympathie hege. Vielleicht war die Demonstration auch schon länger geplant und ich tue den Veranstaltern unrecht. Aber ich habe das Gefühl es ist bereits ein deutscher Reflex, als Reaktion auf alles, was sich ereignet, eine Demo gegen Rassismus zu veranstalten, frei nach dem Motto: „Gegen Rassismus passt immer!“ Eine Jahrhundertflut – Demo gegen Rassismus. In China fällt ein Sack Reis um – Demo gegen Rassismus. Islamistische Attentäter massakrieren hunderte Menschen – Demo gegen Rassismus. Zugegeben, eine Demo gegen den IS-Terrorismus würde ich eher lächerlich finden  – die IS-Anhänger würden sich darüber totlachen. Aber Refugees-Welcome-, Antifa- und andere Fahnen, die dem links-alternativen Milieu zuzuordnen sind, schwingen zu sehen, halte ich angesichts der Ereignisse für bestenfalls zynisch. Denn man kann Verständnis haben für Leute, die diesem Terror entfliehen, weil sie ihm noch viel stärker und täglich ausgesetzt sind, aber dennoch muss die kritische Frage erlaubt sein, wie man überhaupt nur versuchen kann zu verhindern, dass Terroristen hier zu hunderten einfallen, wenn Flüchtlinge ohne jede Registrierung ins Land gelassen werden.

 

Der Sturm im Wasserglas – das ewige Spiel im Netz

 

Im Netz, vor allem den sozialen Netzwerken, ging alles seinen gewohnten Gang, Schema F, sozusagen. Solidaritätsbekundungen mittels Profilbild, die auch im Gegenzug verlacht wurden („Profilbild geändert – Problem gelöst!“) und worauf die Meinung geäußert wurde, das würde den Regierungen in die Hände spielen. Andere wiesen auf die angebliche Heuchelei hin, da im Nahen Osten fast täglich Anschläge mit vielen Toten geschehen (wobei es ja jedem freistehen muss zu entscheiden, mit wem er sich solidarisieren möchte). Es ist müßig, die immer gleichen Argumentationsgänge hier nachzuzeichnen.

 

Die Politik und der Widerhall in den Medien

 

Auch was die Medien angeht bleibt festzustellen: Im Westen nichts Neues. Trauer und Solidaritätsbekundungen von Politik und Medien. Reflexhaft wird darauf verwiesen, dass dies alles nichts mit den Flüchtlingen zu tun hätte. Es gibt Analysen, es wird herausgestellt, wie gut Behörden und Geheimdienste arbeiten würden, sie hätten ja so und so viele Anschläge verhindert. Noch lustiger die Boulevardpresse, die sich bemüßigt fühlt, „unsere“ Spezialkommandos wie GSG9, SEK, MEK usw. vorzustellen. Wir werden beschützt. Das soll uns Sicherheit geben.

Aber wie kann es anders sein, die Waffen sind das Problem. Aus der Politik kommen sofort Forderungen, dass die Waffengesetze verschärft werden müssen. Die EU will beispielsweise Halbautomaten verbieten und auch mit der Einführung von zeitlichen Beschränkungen und dem Verbot des Waffenhandels via Internet die Daumenschrauben anziehen. Ja, das hätte nun wirklich die Lösung gegen diese Attentate bedeutet! Soll das deren Ernst sein??? Die Kalaschnikows waren vollautomatisch und somit ohnehin verboten, und selbst wenn die erlaubt wären, wären sie bestimmt nicht legal auf eine Sportschützen-WBK erworben worden! Aber die Unwissenden kann man damit vielleicht beruhigen. Es wurde auch gesagt, man könne Waffenteile im Internet kaufen und dann zusammenbauen. Also legal ist das nicht möglich und das Darknet entzieht sich der Legalität. Das Merkmal von Verbrechern und Terroristen ist nun mal, dass sie sich nicht an Gesetze halten. Wen treffen die Gesetzesinitiativen wieder mal? Den gesetzestreuen Bürger, den Legalwaffenbesitzer. Langsam bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob sie damit immer noch – wie vor 2-3 Jahren in jedem Fall! – den Trend der Zeit treffen. Immer häufiger liest man oder bekommt man im Bekanntenkreis mit, dass bislang nicht Waffen-affine Menschen über Schusswaffen zur Selbstverteidigung nachdenken, gerne selbst Waffen hätten. Es dämmert immer mehr Menschen, dass es gut wäre, wenn jemand zurückschießen könnte, wenn Leute mit Kalaschnikows auftauchen, auch wenn es nur eine Pistole wäre. Wenn in der Hand eines geübten Schützen besteht immerhin die Möglichkeit, dass 1,2, mehrere oder alle Angreifer gestoppt werden könnten. Es ist ein wenig so, wie ich im Erste-Hilfe-Kurs die Leute zur Durchführung der Herzmassage animieren wollte: „der Mensch ist bereits klinisch tot und wenn ihr nichts macht, bleibt er es auch. Wovor habt ihr Angst? Was könnt ihr denn falsch machen? Schlimmer als ‚tot’ kann es ja nicht mehr werden!“ Und auch jetzt könnte man sagen, dass die Situation im Bataclan nicht wirklich hätte verschlimmert werden können.

Wie gesagt, immer mehr Menschen merken das, nur die Politik nicht. Die will lieber alle Legalwaffenbesitzer entwaffnen. Natürlich gibt es immer noch jene, die, wenn das Wort „Schusswaffe“ fällt, reflexhaft kundtun, dass sie keine „amerikanischen Verhältnisse“ wollen. Warum eigentlich nicht? Viele geplante Schießereien (ich vermeide lieber das Wort „Amoklauf“) enden mit keinen bis wenigen Toten und Verletzten, weil zivile Waffenträger den Angriff schnell beenden konnten. Davon ist in den Medien natürlich wenig zu lesen, denn es ist nicht spektakulär und würde ja für das Waffenführen sprechen. Jene „Amokläufe“, die jene Keine-amerikanischen-Verhältnisse-Schreier meinen, geschehen ausnahmslos in Zonen, die als „waffenfrei“ ausgewiesen sind und für den Angreifer somit nicht mehr bedeuten als „hier gefahrloses Amoklaufen möglich! Mit Gegenwehr ist nicht zu rechnen!“.

In Deutschland haben wir die bedauerliche Situation, dass fast alle Orte waffenfreie Zonen sind. Als jemand, der Mitten in Berlin lebt, überlege ich mir, wann ich in den nächsten Monaten wohin gehe. Ohne eine Waffe führen zu dürfen, fühle ich mich von der Politik schlichtweg zum Opfersein verurteilt.

 

Es ist Zeit zu Handeln

 

Wir können nicht länger warten: Wenn solche Anschläge und Attentate sich auch in Europa häufen, wird sich jene Spirale aus Trauer, Anschuldigungen, Verteidigung, Aufrufen usw. immer schneller drehen, immer mehr an Bedeutung verlieren. Der Staat wird verkünden, dass die Mehrheit der Bürger für die Sicherheit gerne auf Bürgerrechte verzichten will. Und zur Sicherheit müssen Waffen aus der Privathand verschwinden. Mit den Waffen verschwindet auch das symbolisch und tatsächlich letzte Ding, das sie Bürger von der Möglichkeit eines totalitären Staates trennt.

Was kann man tun?

Es ist an der Zeit, dass Waffenbesitzer sich lautstark Gehör verschaffen. Wer liest diesen Blog, wer die Seite der German Rifle Association? In den meisten Fällen sind es doch die Waffenbesitzer selbst und von denen müssen zwar einige auch noch von dem Recht des Menschen, sich mittels Schusswaffen verteidigen zu können, überzeugt werden, aber viele eben auch nicht mehr. Die Botschaft muss aber vielfach weiter in die Mitte der Gesellschaft transportiert werden, unter die, die bislang mit Waffen nichts zu tun hatten. Denjenigen, denen es langsam dämmert, muss klar gemacht werden, dass wir nicht „die Bösen“ sind, sondern auf ihrer Seite. Dass es gilt, Freiheit und Freiheitsrechte zu verteidigen. Wir müssen uns über andere Kanäle Gehör verschaffen. Jene Petition gegen eine Verschärfung der Waffenrechte durch die EU ist ein Anfang, Briefe an die Abgeordneten ein weiterer.

Es ist aber auch Zeit, dass die German Rifle Association ihren Kinderschuhen entwächst und sich mit großen Schritten dem Kaliber der National Rifle Association in den USA annähert. Die GRA ist die einzige Organisation in Deutschland, die über das Maß einer kleinen Lobbyistengruppe für sportliche Angelegenheiten hinaus das Potential hat, für das Recht auf Waffenbesitz und das Recht, Schusswaffen zur Selbstverteidigung besitzen und führen zu können, zu kämpfen. Die GRA darf nicht als Lobby für die Waffenindustrie gesehen werden, sie muss als NGO gesehen werden, eine NGO, die sich für Bürgerrechte und Freiheit einsetzt.

Die GRA braucht Presse (positive natürlich!). Da es sich um eine Grassroot-Bewegung handelt, braucht sie aber auch Leute, die mitmachen. Jeder ist gefragt.

Es ist Zeit zu handeln.

One thought on “Terror in Paris – und täglich grüßt das Murmeltier

Kommentar verfassen