„Legalwaffenbesitzer“ oder nicht „Legalwaffenbesitzer“ – das ist hier die Frage

19 Mrz

Gestern schrieb jemand aus meiner Freundesliste bei Facebook: „Legalwaffenbesitzer“… das Wort geht mir soooo auf die Nerven!“ Viele pflichteten ihm bei.

Tatsache ist: Das Wort wird unter Waffenbesitzern häufig verwendet. Auch ich habe es schon oft in meinen Blogbeiträgen verwendet.

 

Warum eigentlich?

Viele, die legal Waffen besitzen, also mit Schützenverein, Verband, WBK, Bedürfnis, einwandfreiem Führungszeugnis, Waffenschrank und was eben noch so alles dazu gehört (oder eben Jagdschein und was da so dazugehört), möchten gerne darauf pochen, dass sie dies ja alles ganz legal, sozusagen „von Staates Gnaden“ besitzen und besitzen dürfen. Sie sind die Guten, bei denen alles im Rahmen der Gesetze abläuft. Im Gegensatz zu Kriminellen oder einfach auch nur Leuten, die diesen Spießrutenlauf zeitlich und finanziell nicht durchlaufen wollen oder können und sich deswegen eine Waffe auf illegalem Wege beschaffen. In aller Regel zum Schutz, für den Notfall.

In gewisser Weise wird mit diesem Begriff um Absolution gebettelt: Bei den Oberen, den Herrschern, den Politikern. Bei den nicht-waffenaffinen Bürgern, ja in gewisser Weise auch bei jenen, die Waffen hassen und ganz verbieten wollen. „Seht her, wir sind die Gesetzestreuen, wir sind harmlos, wir tun nix!“

 

Und was hat es bislang gebracht? Gar nichts.

 

Die Artikel, die Waffen-Bashing betreiben, werden immer abstruser. Und es gibt immer noch sehr viele Leute, die unter solche Artikel Kommentare setzen, wie beispielsweise die, dass sie sich wünschen, dass diese Waffennarren sich selbst erschießen oder dass ihre Kinder erschossen werden.  Hasskommentare sind dieser Tage im Netz und bei Politikern ein großes Thema, ein Problem, dem ernsthaft und mit harter Hand begegnet werden muss. Außer natürlich bei denen, über die Hasskommentare ausgeschüttet werden, handelt es sich um Waffenbesitzer, Sportschützen oder Jäger. In diesem Fall wir nichts unternommen, Hasskommentare gegen diese Gruppen scheinen ok zu sein.

Ist es also nicht langsam genug damit, den Bückling zu spielen? Für wen, für Leute, die ohnehin über uns hinweggehen, uns mit Füßen treten und verachten?

 

Es ist wirklich an der Zeit, diese devote Haltung abzulegen.  Besonders dann, wenn man sich dem libertären Lager zurechnet und vom Staat ohnehin am liebsten hätte, dass er sich ganz ganz klein macht oder ganz verschwindet. Es besteht kein Grund, Etatisten Honig ums Maul schmieren zu wollen.

 

Was macht es auch für einen Sinn, so pedantisch darauf zu pochen, dass die Waffen legal sind? Die Frage ist doch viel eher, was damit gemacht wird! Wie viele Fälle wurden schon genüsslich von der Presse ausgeschlachtet, wo das Verbrechen darin bestand, dass jemand illegal ein paar Waffen gesammelt hatte. Zu Schaden kam niemand dabei und manchmal waren die Waffen nicht mal wirklich funktionstüchtig. Es war ein papercrime. Wenn es schon entscheidend ist, dass damit mal ein Verbrechen begangen werden KÖNNTE – na herzlichen Dank, dann sind wir ja schon in einer Welt a la Minority Report angekommen.

Wenn ich der Aussage eines Sicherheitsmitarbeiters mit ausländischen Wurzeln, mit dem ich mal zusammengearbeitet habe, glauben schenken darf, dass besitzt ein nicht geringe Zahl von ausländischen Kreuzbergern eine Waffe zuhause – natürlich illegal. Aber wo ist das Problem, wenn damit keine Verbrechen begangen werden, wenn die Leute sie nur zu ihrem Schutz besitzen? Mal ganz ehrlich, die illegalen Schusswaffen sind in Berlin eigentlich weniger das Problem, da ist eher „Messer machen“ en vogue…

 

Ich war eine aufmüpfige Jugendliche, mit einem Hang zu Schwarz-Rot (nein, damit meine ich nicht die GroKo, sondern den kommunistisch-anarchistischen Block). Dann wollte ich „brav“ sein, mich an die Gesellschaft anpassen. So richtig hat das nicht geklappt. Aber bei dem, was unsere Politik seit ein paar Jahren expotentiell ansteigend an Mist produziert, kann man ja nicht anders, als eine Haltung dagegen einzunehmen. Für mich waren Waffen die Initialzündung meiner heutigen anti-etatistischen Haltung. Es gibt genug, denen es genauso ging. Oder die andersrum durch ihre libertäre Haltung zu den Waffen gekommen sind.

 

Wir Waffenbesitzer sollten uns nicht entschuldigen, nicht reflexartig in die Defensive gehen. JA, wir besitzen Waffen! JA, wir sind Waffenbesitzer, keine Sportgerätebesitzer! JA, die Waffe ist auch ein Ausdruck von Freiheit, von Selbstbestimmung und Selbstbehauptung! JA, ich tu so, als wäre ich Sportschütze/Jäger, weil Selbstverteidigung und Ausdruck libertärer Gesinnung nicht als Bedürfnis anerkannt werden! JA, ich sehe Waffenbesitz als Recht eines freien Menschen an und nicht als von oben verliehene Gnade!

 

Also, streichen wir das „legal“ aus Legalwaffenbesitzer, ok? Bei den Punks gibt es den Spruch „legal, illegal, scheißegal“. Auch wenn die zumeist einem anderen politischen Block angehören, so ist an den Spruch etwas Wahres dran. Jeder mag die Grenze, die Umstände anders setzen, aber wenn ein Staat zum Unrechtsstaat wird, wenn Unrecht zu Recht wird, dann spielt es keine Rolle mehr, ob legal oder illegal (…und dann wird Widerstand zur Pflicht?). Deutschland und die EU bewegen sich in eine Richtung, wo die Möglichkeit, sich in einem totalitären System wieder zu finden, nicht unmöglich ist.

 

Noch sind meine Waffen legal. Aber dennoch streiche ich von nun an das „legal“ aus dem Legalwaffenbesitzer.

 

Wir sind Waffenbesitzer. Und das ist auch gut so.

 

8 thoughts on “„Legalwaffenbesitzer“ oder nicht „Legalwaffenbesitzer“ – das ist hier die Frage

  1. Pingback: „Legalwaffenbesitzer“ oder nicht „Legalwaffenbesitzer“ – das ist hier die Frage | Waffen – Waffenbesitzer – Waffenrecht

    • Leider macht das in den Ohren des gemeinen Volk keinen grossen unterschied denn alles was die hoeren/lesen is „Waffe“ und das wird dann genausoschnell in „Gewalt“ unbesetzt wie wenn man ueber die Zukunft sagt „da sehe ich schwarz“ und sofort jeder Gutmensch „Rassismus“ schreit. Waffenbesitz heute fehlen sich wie homosexuelle in den 50ern. Bloß nicht auffallen und schon „normal“ wirken oder die Hexenjagd beginnt. Leider spreche ich hier aus Erfahrung (nein, ich war kein closet-homo in den 50ern, aber verstecke meine Waffen nicht)

  2. Ein sehr guter Text! Wir haben das natürliche Recht das zu sein, was wir sind. Wir haben das natürliche Recht auf Selbsverteidigung und Selbsterhalt, aus denen sich das Recht auf Waffenbesitz ableitet. Das ist das neue Bewusstsein eines Waffenbesitzers.

  3. Natürlich…………….

    Sollte dereinst in der Schweiz. ein Waffenrecht wie in Deutschland erlassen werden, so könnten damit sicher gut 50% der Schweizer Bürger kriminalisiert werden. Auch die Ehefrauen von Waffenbesitzen würden Kraft ihres Wissens und Tolerierens ja Straffällig. auch wenn sie vor Gericht nicht gegen den Ehemann aussagen müssten.
    Wir würden zur kriminellsten Nation Europas…..((((-:

    Heute noch findet man in sehr vielen Dachräumen und Kellern noch die Waffe des ehemaligen Wehrmannes und meist auch noch ein paar Patronen dazu.

    Bei Offizieren auch noch nach Jahrzehnten deren Offizierspistole nebst der Uniform usw.

    Kaum je ein Schweizer geht hin und meldet seine Waffe, ja ich denke sogar, wenn eine völlige Nachmeldung vorgeschrieben würde, sie würden ihre Waffe nur einfach besser „versorgen“.

    Die Schweiz gilt keineswegs als unsicheres Land, aber Waffen von denen niemand etwas weiss sind hier ganz alltäglich und weit verbreitet, ja in fast jedem Haushalt irgendwo zu finden. Den Schweizer waffenlos zu machen ist völlig unmöglich.

    Den Begriff „Legalwaffenbesitzer“ verwendet hier folglich niemand, das wäre Idiotisch.

  4. Ein Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Ja, ich bin Waffenbesitzer und ich habe das Bedürfnis dazu zu stehen. Leider wird das von vielen Menschen mit Argwohn betrachtet und ich werde regelmäßig in eine Rechtfertigungshaltung gezwungen.
    Allerdings erscheint der Begriff „Legalwaffenbesitz“ schon den Ansatz der Entschuldigung und Rechtfertigung zu beeinhalten. Also lassen wir das!
    Immerhin bin ja auch kein „Legalautobesitzer“…..

  5. Ein sehr schöner Artikel, dafür vielen Dank. Der Begriff „Legalwaffenbesitzer“ ist von den Funktionären erdacht worden um in guter Tradition des vorauseilendem Gehorsams zu signalisieren dass man zu den Guten gehört. Genau wie dieser unsägliche Begriff „Sportgerät“. Sowas kommt bei Vereinsmeierei heraus. Die sogenannten „Legalwaffenbesitzer“ und ihre Verbände führen seit zig Jahren ein Rückzugsgefecht gegen unfähige Bürokraten und Politiker und übertreffen sich gegenseitig im Schönreden ihrer Misserfolge bei jeder Verschärfung des WaffG. Im Moment besteht die Chance wie noch nie zuvor in dieser „Republik“ das WaffG zu lockern. Der „waffenlose“ Bürger bemerkt aufgrund der Umstände dass es ihm unmöglich gemacht wird sich effektiv zu schützen und eine neue junge Partei ist am Start mit der man noch diskutieren kann was bei den Altparteien sinnfrei ist. Wenn man an beiden Punkten geschickt ansetzt sollte man das leidige Bedürfnisprinzip kippen können, damit wäre schon viel gewonnen. Hier wäre für die Verbände die Möglichkeit sich zu beweisen. Allein mir fehlt der Glaube…

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