Kann man aus der Geschichte lernen?

17 Nov

Heute Morgen schrieb ich folgende Statusmeldung auf Facebook:

„Schon seltsam: Ich lese (immer noch…) „Gun Control in the Third Reich“, wo es zu Beginn natürlich um die Zustände in der Weimarer Republik geht. Ich lese, aus beruflichen Gründen, Bücher über die deutsche Filmgeschichte, in „die UFA-Story“ wird auch hier über die Weimarer Republik und die Machtübernahme der Nazis geschrieben (da bin ich gerade). Und dann lese ich Berichte der aktuellen Presse und….wähne mich von den Zuständen her wieder in der Weimarer Republik (nicht 1:1, aber die Stimmung). Nur, dass für mich die Antifa mittlerweile die damaligen SA-Truppen sind. Es geht weniger um rechts oder links, sondern mehr um den Weg in einen diffusen EU-Terror- und Überwachungsstaat a la 1984. Und dann haben wir noch zu allem Überfluss eine Gruppe hoch-gewaltbereiter Islamisten, die schon im Land sind und dann noch aus Syrien mit Blut an den Händen und Kalaschnikows im Gepäck zurückkehren (aber der „normale“ Waffenbesitzer in Europa muss immer weiter gegängelt und überwacht werden, weil gefährlich). „Denk ich an Deutschland in der Nacht…“…aber schon ok, ich sehe ja ein, dass es viel wichtiger ist, sich damit zu beschäftigen, welches Smartphone man sich als nächstes anschaffen soll….Die Frage ist für mich nicht mehr, ob es knallt, sondern wann!“

 

Zugegeben, die Weimarer Republik hat mich zu Schulzeiten nicht sonderlich interessiert. Jetzt lese ich sehr gebannt Bücher über diese Epoche deutscher Geschichte. Und das hat natürlich seine Hintergründe. Über das Buch „Gun Control in the Third Reich“ werde ich demnächst einen Beitrag auf diesem Blog veröffentlichen. Die Vorarbeit zu der Entwaffnung der unliebsamen Bevölkerungsgruppen lieferte die Weimarer Republik mit ihren Waffengesetzen und ihrem Waffenregister. Waffenregister – klingelt’s da bei den Waffenbesitzern?!? Die Argumente von damals kann ich an dieser Stelle nicht alle darlegen, aber man muss nur etwa die ersten 40 Seiten des Buches lesen, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft.

Nun ist dieses Jahr, im Jahre 2014, natürlich geschichtlich das Jahr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges, 1914, in aller Munde, überall, natürlich besonders in der Hauptstadt Berlin, gibt es zahlreiche Ausstellungen und Vorträge, die sich mit jenem Krieg auseinander setzen, der das Ende der deutschen Monarchie besiegelte und erstmals in der Geschichte eine Demokratie auf deutschem Boden ermöglichte. Die NS-Zeit ist ja spätestens seit der Zeit der 68er der Dauerbrenner, besonders im linken Milieu und auch aus gutem Grunde, würde doch einer ganzen „Industrie“ die Grundlage entzogen werden, wenn man die Nazi-Gefahr nicht kontinuierlich hochhielte. Viel interessanter ist aber doch die Zeit dazwischen, die jene Naziherrschaft überhaupt erst möglich machte. Als Schüler lernte ich in der Schule, dass die BRD aus den Fehlern der Weimarer Zeit gelernt hätte, dass das System der BRD mit ihrem Grundgesetz so etwas wie die Naziherrschaft nie mehr entstehen lassen könnte. Ach wirklich?

Was auf Deutschlands Straßen abgeht, erinnert doch sehr an damals: damals lieferten sich linke und rechte Gruppen Kämpfe, gegeneinander, aber auch gegen die Staatsgewalt. Sehr beunruhigend für die Machthabenden, also mussten Waffengesetze her, die Handfeuerwaffen verboten und entsprechende Gewehre  (alles außer ein paar teure Jagd- und Sportwaffen). Und jede Menge andere Gesetze, um den Bürger zu überwachen. Heutzutage verbreitet eher die Antifa, der sich die Jugendorganisationen gewisser Parteien wie selbstverständlich anschließen, Terror im SA-Stil, und leistet unverständlicherweise dem Terror von Radikalislamisten auf deutschen Straßen, sei er nun mehr durch Politik oder Religion motiviert (wobei man das in einem radikalen Islam ohnehin nicht trennen kann), auch noch Schützenhilfe. Gegen jene beiden steht neuerdings eine Gruppe, die sich HoGeSa nennt, Hooligans gegen Salafisten, die sich als Antwort gegen jene formiert haben.

Und die Machthabenden? Paktieren, mischen mit, kuschen, schlagen drauf, je nachdem. Aber bedrohlich ist es natürlich schon und Waffen wären in so einer Lage natürlich fatal, also muss ein Waffenregister her, muss das Waffenrecht verschärft werden. Zu dumm nur, dass Angehörige radikaler Gruppierungen den Staat nicht um Erlaubnis fragen, ob sie Waffen haben dürfen und sie melden sie auch nicht an. Es trifft nur den „braven Bürger“, wie damals. Und wenn es soweit ist, sei es, dass der bestehende Staat zum Terrorstaat geworden ist, sei es, dass gewisse Gruppen sich seiner bemächtigt haben (wie 1933), steht der Bürger waffenlos und somit wehrlos da. Wer nämlich glaubt, dass man in so einer Situation noch mit Dialog und friedlichem Protest weiter kommt, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.

 

Manche Leute, die sich mit Waffen beschäftigen und es besser wissen sollten, erwidern einem, auf diese Probleme angesprochen, doch ganz lapidar: „Soweit wird es nicht kommen, dafür sorgen die (Schießsport-)Verbände.“ Da fällt mir nichts mehr zu ein…gut, dass es genug Menschen in unserem Land gibt, die sich für nichts anderes als Konsum, Mode, Aussehen, Glanz und Glamour und die Berieselung durch TV, PC und Handy interessieren, ist ja nichts Neues. Aber von Waffenbesitzern, die beäugt, gegängelt und geächtet werden, sollte man eine Haltung erwarten, die etwas weniger der Schafherdenmentalität entspricht.

 

Was kann man tun? Kann man überhaupt etwas tun?

Fast alles ist besser, als die Vogelstraußtaktik fahren. Mein kleiner, bescheidener Beitrag ist der, dass ich schreibe. Ich hoffe, ich erreiche nicht nur die, die ohnehin schon meiner Meinung sind, denn die muss ich ja nicht mehr überzeugen. Vielleicht verirrt sich aber auch der ein oder andere auf meinen Blog, der nichts mit Schießen zu tun hat und sieht auch mal eine Seite, die die Medien nicht darstellen wollen. Schon Lu Xun, einer der bedeutendsten chinesischen Schriftsteller des 20. Jh., gab dem Arztberuf auf, um den Menschen eine seiner Meinung nach wichtigere „Medizin“ zu geben. Auch die, die in den Social Media unermüdlich in ihren Kreisen wachrütteln wollen, tun etwas. Oder die, die über Youtube-Videos oder im „Real Life“ Menschen erreichen wollen – für die Sache des Waffenbesitzes und im Zuge dessen auch für den Erhalt der Freiheit und der bürgerlichen Rechte.

 

Mit Bewunderung, aber auch ein wenig Neid, blicke ich auf die Vorgänge in den USA, wo sich ein wesentlich größerer Teil der Bevölkerung wesentlich heftiger gegen das Zuziehen der Halsschlinge durch den Staat wehrt. Sehr viel länger und gewichtiger ist die Tradition, die eigene Freiheit und Rechte hoch zu halten. Die Deutschen scheinen es auch nach knapp 100 Jahren mit schmerzhaften Lektionen zwischendrin nicht gelernt zu haben. Oder doch? Es brodelt, auch wenn die Journalisten der Einheitsbrei-Presse nur voll Verachtung über den miesen „rechten“ Bodensatz, der sich erdreistet, die Zustände zu benennen und anzuprangern, hinweggehen und von ein paar „Ewiggestrigen“ sprechen.

 

Man darf gespannt sein, wohin die Entwicklung führt. Spätestens jetzt ist eigentlich der Zeitpunkt gekommen, wo JEDER sich überlegen sollte, für was er steht, woran er glaubt, auf welcher Seite er steht. Und entsprechend handeln. Gerade die Deutschen können sich diesmal nicht damit rausreden, sie hätten das alles nicht kommen sehen. Und sie sollen sich die Schicksale der Juden und anderer Personen, die den Nazis ein Dorn im Auge waren, noch mal genau betrachten: diejenigen, die die Zeichen der Zeit erkannten und emigrierten, überlebten. Diejenigen, die meinten, es werde schon nicht so schlimm werden, landeten zum großen Teil in den KZs.

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