„Hier irrst Du, Bube!“ – IFLS begibt sich mit dem Thema Amokläufe (und Schusswaffen) aufs Glatteis

10 Dez

Ich bin ja ein regelmäßiger Leser der Internetseite “I fucking love science”, mag die Webseite sehr gerne. Aber bei jenem Beitrag musste ich doch an den Ausspruch meines Sinologiedozenten denken, der mir beibrachte, ich solle bei allem, was ich lese, bereit sein zu sagen: „Hier irrst du, Bube! Und ich werde es Dir beweisen!“

Nun denn, ob ich etwas „beweise“, sei dahingestellt, aber ich werde jenen Beitrag „6 Dinge, die Amerikaner über Amokläufe wissen sollten“ von Frederic Lemieux Punkt für Punkt übersetzen und die einzelnen Aussagen mal genauer unter die Lupe nehmen.

 

Sechs Dinge, die Amerikaner über Amokläufe wissen sollten

December 5, 2015 | by Frederic Lemieux

 

Amerika hatte mal wieder einen Amoklauf.

(Hier ist wohl die Schießerei in San Bernardino gemeint. Nach den neuesten Erkenntnissen könnte man den Vorfall aber auch als Terrorakt klassifizieren, siehe weiter unten).

Als Kriminologe habe ich mir mal die jüngsten Forschungsergebnisse näher angesehen in der Hoffnung, damit einige allgemeine Missverständnisse zu entlarven, die sich in Diskussionen einschleichen, die immer dann aufkommen, wenn Amokläufe geschehen sind.

Erster Fehler: Ein Kriminologe ist ein Wissenschaftler – Klar haben die Arbeitshypothesen, aber dennoch hört es sich hier eher so an, als suche er in der Forschung nach Belegen, die seine vorgefertigte Meinung über Amokläufe und Schusswaffen untermauern und nicht, als ob er anhand des Forschungsmaterials zu einem objektiven Ergebnis gelangen möchte. Also scheint er weniger Wissenschaftler als vielmehr Lobbyist der Gun-Control-Fraktion zu sein.

 

#1: Mehr Waffen machen uns nicht sicherer

Eine Studie (die man nicht einsehen kann, weil der Link ins Leere führt, sei es, weil er beseitigt wurde, sei es, weil ich keinen Zugriff auf jene Seite habe A.d.Ü.), die ich über Amokläufe durchgeführt habe, zeigt, dass dieses Phänomen nicht auf die USA beschränkt ist.

Stimmt. Das ist aber eine sehr simple Feststellung.

Amokläufe fanden auch in 25 anderen Erste-Welt-Ländern zwischen 1983 und 2013 statt, aber die Zahl der Amokläufe in den USA übersteigt die aller übrigen Länder, die für diesen Zeitraum in die Studie aufgenommen wurden.

Kunststück! Da in seiner Statistik die absolute Zahl der Amokläufe gezählt wurde, vergleicht er hier Äpfel mit Birnen, oder eher Johannisbeeren: Da die Einwohnerzahl von keinem der Länder auch nur annähernd an die 319 Mio. Einwohner der USA herankommt, ist dieser Vergleich relativ sinnlos.

Die USA hatte 78 Amokläufe in diesem Zeitraum von 30 Jahren.

Die höchste Zahl an Amokläufen außerhalb der USA war in Deutschland – wo es zu 7 Amokläufen gekommen war.

In den anderen 24 Industrienationen zusammengenommen fanden 41 Amokläufe statt.

Anders ausgedrückt hatten die USA fast doppelt so viele Amokläufe wie alle anderen 24 Länder in besagtem 30-Jahre-Zeitraum zusammen genommen.

Ich habe die Zahlen nicht zusammen gerechnet, aber es macht wohl Sinn, all die anderen Länder zusammen zu rechnen. Die Zahl dürfte nun zwar höher sein als die Einwohnerzahl der USA, aber es bleibt natürlich festzustellen: In den USA finden überproportional viele Amokläufe statt.

Eine weitere signifikante Beobachtung ist, dass Amokläufe und Waffenbesitz eng verknüpft sind. Je höher die Waffenbesitzrate, desto anfälliger ist ein Land dafür, Amokläufen ausgesetzt zu sein. Diese Verbindung bleibt auch dann hoch, wenn die Statistik der USA aus dieser Analyse herausgenommen wird.

Lemieuxs Annahme also: Die vielen Waffen sind schuld, denn laut ihm gilt „je mehr Waffen, desto mehr Amokläufe“. Komisch nur, dass seine eigene Statistik das gar nicht hergibt! Schauen wir uns nur mal die Länder Schweiz und Finnland an, die nach den USA die höchste Waffendichte von 45,7 bzw. 45,3 Waffen pro 100 Einwohnern aufweisen, so stellen wir fest, dass mit je 2 Amokläufen in jenem 30-Jahre-Zeitraum kaum etwas passiert ist, obwohl die Waffendichte relativ hoch ist.

Ähnliche Ergebnisse fand auch das  United Nations Office für Drogen und Kriminalität, das feststellt, dass Länder mit höherer Schusswaffendichte auch höhere Zahlen für Tötungsdelikte aufweisen.

Ähm, ja. Was auf der Agenda der UN bezüglich Waffenbesitzes steht, braucht hier wohl nicht erläutert werden? Die UN möchte eine generelle Entwaffnung der Bürger, eine Entwaffnung der privaten Waffenbesitzer. Von staatlichem Waffenbesitz kann das wohl kaum behauptet werden.

Meine Studie zeigt auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen Opferzahlen bei Amokläufen und die Gesamtzahl der Toten durch Schusswaffen. In dieser letzten Analyse scheint die Verbindung aber hauptsächlich durch die sehr hohe Zahl an Toten durch Schusswaffen in den USA zu entstehen. Diese Verbindung verschwindet, wenn die USA aus der Analyse herausgenommen werden.

Warum werden eigentlich nur Schusswaffen berücksichtigt? Es werden auch Amokläufe mit Hieb- und Stichwaffen, Bomben und anderen Tatmitteln ausgeführt. Besonders dann, wenn Schusswaffen schwer zu bekommen sind. Um das Thema Amokläufe umfassender zu beleuchten, müsste dieser Punkt ebenso in die Analyse mit einbezogen werden.

#2: Amokläufe nehmen zu

Eine neue Studie, die vom Harvard Injury Control Research Center veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Frequenz von Amokläufen zunimmt. Die Forscher errechneten die Zunahme, indem sie die Zeit zwischen dem Auftreten von Amokläufen ermittelten. Laut dieser Studie verkürzte sich die Zahl der Tage, die zwischen zwei Amokläufen liegt, von einem Durchschnittswert von 200 Tagen auf 64 Tage in dem Zeitraum zwischen 1983 bis 2013.

Huch, das muss wohl höhere Mathematik sein! (Sarkasmus aus) Braucht man eine Studie und Forscher um heraus zu finden, dass sich das durchschnittliche Intervall zwischen Amokläufen verringert, wenn die Zahl der Amokläufe in einem bestimmten Intervall steigt? Ich glaube nicht, das bekomme sogar ich mathematisch Minderbegabter noch hin.

Was an den Amokläufen am alarmierendsten ist, ist der Umstand, dass die Zunahme in die entgegen gesetzte Richtung der allgemeinen Zahl der Tötungsdelikte in den USA geht, die seit 1993 um fast 50% gefallen ist und der in Europa, wo die Zahl der Tötungsdelikte zwischen 2003 und 2013 um 40% gefallen ist. 

Ja, eine Zunahme an Amokläufen ist alarmierend und sollte zum Nachdenken über die Gründe anregen. Interessant ist hier aber, dass konstatiert wird, dass die Zahl der Tötungsdelikte – gerade auch und am stärksten in den USA! – gesunken ist. Nun hat der Autor das in diesem Artikel zwar an keiner Stelle erwähnt, aber es ist ja bekannt und wird auch von den Waffengegnern immer lautstark moniert, dass die Zahl der Schusswaffen in den USA kontinuierlich steigt (besonders stark immer dann, wenn Vorstöße zur Einschränkung des Waffenbesitzes unternommen werden!). Also, Anzahl der Schusswaffen erhöht sich, Tötungsdelikte sinken….? Es wäre unwissenschaftlich, das im Umkehrschluss so eindimensional zu formulieren, dass also eine höhere Zahl an Schusswaffen automatisch zu weniger Tötungsdelikten führt, auch hier müssen viele weitere Faktoren berücksichtigt werden. Aber die Annahme, dass mehr Schusswaffen automatisch zu mehr Tötungsdelikten führen, scheint hiermit widerlegt zu sein.

 #3: Amokläufe sind keine Terrorakte

Journalisten bezeichnen Amokläufe manchmal als eine Form von inländischem Terrorismus. Diese Verknüpfung ist gefährlich und irreführend.

Journalisten bezeichnen auch Waffenbesitzkarten als Waffenscheine, halbautomatische Selbstladebüchsen als Maschinengewehre und jemanden mit 5 Sportwaffen als Waffennarr. Es scheint also ein Problem dieser Zunft zu sein, dass sie viel Schwachsinn absondert. Hier gebe ich dem Autor Recht, Amokläufe und Terrorakte sollten getrennt betrachtet werden, da andere Beweggründe vorliegen, die Prävention eine andere sein könnte.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Amokläufe “furchteinflößend” sind und die Gemeinschaft, in der es geschah, “terrorisieren”. Dennoch, sehr wenige Amokschützen haben eine „politische Message“ oder einen politischen Hintergrund. Der Amoklauf in der Kirche in Charleston, South Carolina, war ein Akt des Hasses, aber dennoch kein Terrorakt.

Die Mehrzahl der Amokschützen haben psychische Probleme, sind tyrannische und verärgerte Angestellte. Amokschützen haben keine gemeinsamen politischen Motive und greifen nicht eine immer schwächer werdende Rechtmäßigkeit der Regierung an. Stattdessen werden sie von Rache oder dem Streben  nach Macht getrieben.

Das ist wohl richtig. Es gehört aber auch hier wieder nicht viel dazu fest zu stellen, dass jemand, der ziemlich wahllos Menschen, die mit einer Sache oder einem Problem nichts zu tun haben, erschießt, nicht ganz normal sein kann. Wenn aber schon psychische Probleme angesprochen werden, wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, die zum Teil ausbleibende psychologische oder soziale Hilfestellung (gerade auch in den USA) gepaart mit dem extrem hohen Konsum von Psychopharmaka in den USA zu erwähnen. Es gibt Hinweise darauf, dass gewisse Medikamente in Zusammenhang mit Amokläufen gestellt werden können und dass hier die hohe Zahl der unter Psychopharmaka stehenden und der Amokläufe in den USA erklärt werden könnte.

Ohne mich hier an einer Definition von „Amoklauf“ und „Terrorakt“ versuchen zu wollen, bleibt fest zu halten, dass hier nicht immer sauber getrennt werden kann. Was war die Tat von Breivig, dem „Amokläufer“ von Norwegen? Er hatte definitiv politische Motive. Andererseits – kann er trotz des Urteils (geistig gesund) nicht doch als geistig gestört gelten? Muss seine Tat also als Terrorakt bezeichnet werden? Es ist oft nicht einfach, da Grenzlinien zu ziehen.

 #4: den Verkauf einzuschränken funktioniert

Gemäß des 2. Verfassungszusatzes (Second Amendment) hat die USA permissive Waffengesetze. Ganz im Gegensatz zu den meisten Industrienationen, die restriktive Waffengesetze haben.

Nach der Grundlagenarbeit des Kriminologen George Newton and Franklin Zimring verweisen permissive Waffengesetze auf ein System, in dem alle Personen außer gesondert ausgenommenen Gruppen eine Schusswaffe erwerben können. In solch einem System müssen sich die Individuen nicht rechtfertigen, warum sie eine Schusswaffe erwerben, die Behörde hat die Last den Beweis zu führen, dass die Ablehnung des Waffenerwerbs rechtmäßig ist.

Demgegenüber verweisen restriktive Waffengesetze auf ein System, in dem die Individuen, die Waffen erwerben möchten, der Behörde gültige Gründe liefern müssen, warum sie eine Waffe erwerben wollen – wie zu sportlichen Zwecken oder zum Jagen – und sie müssen ihren „guten Charakter“ belegen können.

Der Typus der Waffengesetze hat wichtige Auswirkungen. Länder mit restriktiven Waffengesetzen haben weniger Tote durch Schusswaffen und eine  geringere Rate des Schusswaffenbesitzes.

Und hier irrst Du wieder, Bube!  Also, dass restriktive Waffengesetze zu weniger Schusswaffen in der Bevölkerung führen, ist natürlich nicht abzustreiten, denn je mehr Hürden den Bürgern in den Weg gelegt werden, desto mehr Menschen wollen sich dem Procedere nicht stellen und verzichten lieber auf Schusswaffen. Manchmal ist das auch schlicht den äußeren Umständen geschuldet, denn Restriktionen haben in der Regel auch höhere Kosten zur Folge, die manche potentiellen Interessenten schlicht nicht tragen können.

Aber dass restriktive Waffengesetze zu weniger Toten (durch Schusswaffen) führen, ist falsch. Hierzu möchte ich aber einfach folgenden Beitrag verlinken.

Zudem möchte ich auf das Recht, das ein Mensch haben sollte, sich angemessen verteidigen zu können, verweisen, was restriktive Waffengesetze gemäß des natürlichen Rechts des Menschen unzulässig machen sollte.

#5: Historische Vergleiche können fehlerhaft sein

Ab 2008 nutzte das FBI eine sehr enge Definition von Amoklauf. Sie beschränken Amokläufe auf Vorfälle, bei denen einen Individuum – oder in seltenen Fällen mehr als eines – „vier oder mehr Menschen in einem einzelnen Vorfall (den Schützen ausgeschlossen), typischerweise in einer einzigen Örtlichkeit“ tötet.

2013 änderte das FBI die Definition, weg vom „Amoklauf“ hin dazu, den „Amokschützen“ als „ein Individuum, das aktiv mit dem Töten oder versuchten Töten von Menschen in einer begrenzten und bevölkerten Gebiet beschäftigt ist“ zu definieren. Diese Veränderung bedeutet, dass die Behörde jetzt Fälle mit ein schließt, bei denen weniger als 4 Personen sterben, aber bei denen mehrere verletzt werden, wie bei jenem Vorfall 2014 in New Orleans.

Diese Veränderung der Definition beeinflusste unmittelbar die Zahl der Fälle, die in Studien berücksichtigt wurden und beeinflusste somit die Vergleichbarkeit von Studien vor und nach 2013 (negativ).

Noch mehr Probleme bereitet der Umstand, dass manche Erforscher von Amokläufen, wie der Northern University – Kriminologe James Alan Fox, in ihren Studien mehrere Typen von Mehrfachmorden mit aufgenommen haben, die nicht als Amokläufe definiert werden können: beispielsweise Familientragödien (eine Form von häuslicher Gewalt) und Gang-Morde.

Im Fall der Familientragödien sind die Opfer ausschließlich Familienangehörige und keine zufälligen Opfer.

Gang-Morde sind normalerweise Verbrechen, bei denen es um Profit oder die Bestrafung von rivalisierenden Banden oder eigenen Gang-Mitgliedern geht, die Verräter sind. Solche Morde gehören aber nicht in eine Analyse von Amokläufen.

Diesem Abschnitt ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen, hier geht es aber auch nicht um Waffen…

#6: Zugangsvoraussetzungen funktionieren

Bei den restriktivsten Zugangsvoraussetzungen in einigen Industrienationen müssen Bürger die Waffenhandhabung trainieren, eine Jagdlizenz erwerben oder den Beweis der Mitgliedschaft in einem Schützenverein erbringen.

Besagte Personen müssen auch beweisen, dass sie nicht zu einer „ausgenommenen Gruppe“ gehören, wie psychisch Kranke, Kinder oder diejenigen, die ein hohes Risiko bergen, Gewaltverbrechen zu begehen, wie beispielsweise Personen mit Einträgen bezüglich Körperverletzung  ins Führungszeugnis.

Hier ist das Fazit: Mit diesen Bestimmungen wäre den meisten Amokläufern der Waffenkauf verweigert worden.

Auch hier kann ich dem Autor nur teilweise folgen. Zugegeben, gewisse Zugangsvoraussetzungen sind durchaus sinnvoll, wie beispielsweise der Ausschluss von Kindern, psychisch Kranken oder Gewaltverbrechern vom Waffenerwerb. Auch dass der Interessent grundlegende Kenntnisse über Waffen besitzt und damit umgehen kann, ist sinnvoll, man muss ja auch Kenntnisse über die Verkehrsregeln und die Fähigkeit, ein Auto zu fahren nachweisen, wenn man mit einem Auto am Verkehr teilnehmen möchte. In Deutschland haben wir keinen Zweiten Verfassungszusatz, durch das der Waffenerwerb aus diesem Grundrecht heraus relativ bedingungslos möglich sein muss. Ich kenne keinen Befürworter für freiere Waffengesetze in Deutschland, der so einen bedingungslosen Zugang zu Waffen fordert. Aber, und das vergisst der Autor des ursprünglichen Beitrags wieder einmal, Menschen, die Verbrechen begehen wollen, sind nicht auf Waffengesetze angewiesen, weil sie ohnehin außerhalb der Gesetze agieren wollen. Jemand, der einen Amoklauf begehen will, besorgt sich die Waffen auch illegal. Nur gesetzestreue Bürger, denen an einem Leben in Frieden und Freiheit was liegt, müssen sich um Waffengesetze kümmern.

Die Gun – Control – Befürworter verfahren schon sehr lange nach der Devise: steter Tropfen höhlt den Stein. Zu viele Leute halten mittlerweile so statistischen Humbug wie „mehr Schusswaffen – mehr Tote“ für eine unumstößliche Wahrheit. Es hilft nichts, wir müssen jedes Mal auf Neue diese Aussagen widerlegen und dagegen arbeiten. Auch wenn man sich wie der den Fels den Berg hinaufrollende Sisyphos fühlt. Die Seite „I fucking love science“ hat knapp 23 Mio. Facebook-Fans, Millionen lesen deren Artikel. Zudem suggeriert die „Wissenschaftlichkeit“ der Seite unumstößliche Gültigkeit für viele.

Es ist noch viel – sehr viel – zu tun….

P.S. Ich halte die Aussage auf dem Meme für nicht korrekt (der erste Teil ist fast richtig, der zweite wohl nicht), aber es passt immerhin zum Beitrag…

3 thoughts on “„Hier irrst Du, Bube!“ – IFLS begibt sich mit dem Thema Amokläufe (und Schusswaffen) aufs Glatteis

  1. „Auch dass der Interessent grundlegende Kenntnisse über Waffen besitzt und damit umgehen kann, ist sinnvoll, man muss ja auch Kenntnisse über die Verkehrsregeln und die Fähigkeit, ein Auto zu fahren nachweisen, wenn man mit einem Auto am Verkehr teilnehmen möchte.“
    Der Vergleich hinkt, jeder darf sich ein Auto kaufen, auch ohne Führerschein, nur das fahren auf öffentlichen Strassen erfordert einen Führerschein.
    Hier in CH gibt es keinen Sachkundenachweis, es genügt ein WES oder Strafregisterauszug je nachdem was man will, danach geht man als vernünftiger Erwachsener auf einen Kurs oder mit Bekannten um den Umgang zu lernen. Und nein, es gibt nicht andauernd Unfälle.
    (In Frankreich gibt es auch keinen Sachkundenachweis, und soviel ich weiss auch nicht mehr Unfälle als in Deutschland: Waffenbesitzer sind im grossen und ganzen nun mal Vernünftig)

  2. Ich habe in meiner Familie eine Chinesin.

    Die hat innerhalb eines Jahres unsere Sprache gelernt und 2 Jahre später eine Stelle als Übersetzerin angenommen.
    Von ihr weiss ich so einiges zum Thema Amokläufe in China.
    Waffen sind dort ja faktisch verboten, aber China ist sehr Korrupt, darum…..

    Trotzdem werden offenbar wenige Gewalttaten mit Schusswaffen verübt.
    Aber Amokläufe sind häufig, werden in den Medien dort aber nur mit Erlaubnis „von Oben“ abgehandelt.
    Der Druck auf die Medien und Augenzeugen solcher Dinge, ist dabei nicht so offensichtlich, aber wenn man beispielsweise ein Studium absolvieren will, ist es ratsam sich daran zu halten was „Oben“ gewünscht wird.

    Amokläufe gibt es recht oft, jedoch sind sie anders wie hier und bei weitem nicht so Rational.
    Es werden Messer verwendet um die Leute auf der Strasse willkürlich anzufallen.
    Aber auch Gifte und Säuren sind mit von der Partie.
    Schwerter und Knüppel ebenso.
    5-10 Tote und Verletzte sind dabei oft das Resultat.
    Diese Taten sind jedoch für unsereins von einer Brutalität, wie wir sie kaum fassen können.
    Auch reagieren die Leute vor Ort dann oft ganz anders, sie stellen den Täter und Lynchen ihn, schlagen ihn zu Tode bevor die Polizei erscheint.
    Blutig und mit einfachen Mitteln wird das gemacht.
    Diese Dinge erfährt man hier so gut wie nie.

    China will sein Gesicht wahren und dazu gehören solche Dinge einer „Uralten“ und eigentlich „überlegenen“ Kultur eben nicht.

    Untereinander aber werden sie hinter vorgehaltener Hand eifrig diskutiert.

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