Emily gets her gun…but Obama wants to take yours

10 Jul

Letztes Jahr (September 2013) erschien das Buch “Emily gets her Gun” von Emily Miller, einer Journalistin der Washington Times, welches durchaus einen publizistischen Meilenstein in der Debatte um das Second-Amandment/Gun Control setzte. Was zunächst als eine Serie von Artikeln in der Washington Times im Jahr 2012 begann, wurde erweitert und nahm den Umfang eines 300 Seiten Werkes an, mit Endnoten, und allerlei Anhängen, die Dokumente und Statistiken beinhalten.

Aber zurück zum Ausgangspunkt: wie in dem Buch beschrieben, stand zu Beginn der Wunsch von Emily Miller, eine Waffe zu besitzen – ein Wunsch, ausgelöst durch einen Einbruch, bei dem sich die kleine, zierliche Frau sehr wehrlos gefühlt hat (und es de facto auch war!). In großen Teilen der USA hätte sie ihren Wunsch, eine Waffe zu besitzen, relativ einfach in die Tat umsetzen können – viel leichter als bei uns in Deutschland! Nicht jedoch in Washington D.C., das 30 Jahre lang ein komplettes Verbot von Schusswaffen hatte und es auch nach erfolgreicher Klage beim obersten Gerichtshof 2008 nur widerwillig wieder rückgängig machte. Um es den potentiellen Waffenbesitzern so schwierig wie möglich zu machen, müssen diese viel bürokratischen Papierkram hinter sich bringen und Anforderungen erfüllen, die teils genauso grotesk wie schwer durchführbar/umzusetzen sind. So erweiterte sich ein Vorhaben plus Artikelserie, das auf 2 Wochen und ca. 5 Artikel angesetzt war, zu einem „Großprojekt“, das 4 Monate in Anspruch nahm und 20 Artikel hergab. Das Buch besteht aus Kapiteln, welche die persönliche Geschichte von Emily Millers Schritten zu einer eigenen legalen Schusswaffe in Washington beschreiben, als auch, alternierend, Kapiteln, welche die verschiedensten Aspekte von Waffenbesitz und Waffenkontrolle beleuchten. Emily Miller hat hierzu viel recherchiert, die Agenda der Waffengegner durchleuchtet, Statistiken besprochen, Gespräche mit der NRA und NSSF (die Vertretung der amerikanischen Waffenindustrie) geführt und vieles mehr. Diese Mischung aus persönlicher Story und gut recherchierten Hintergrundinformationen machen auch den Reiz dieses Buches aus. Wer sich für die aktuelle Waffendebatte in den USA interessiert, dem sei Emily Millers Buch ans Herz gelegt.

Was lässt sich denn nun aus deutscher Sicht dazu sagen? Legalwaffenbesitzer in Deutschland können über die Hürden und bürokratischen Anforderungen, die Emily beschreibt, nur schmunzeln: ach, Behörden haben für Vollzeit arbeitende Menschen ungünstige Öffnungszeiten? Sag bloß….Man muss eine Liste von 15-20 Punkten (sie listete für sich 17 auf), durchlaufen und abhaken, bis man am Ziel ist? Man hat so viele bürokratische Schritte zu durchlaufen, dass man schon aufgeben will, bevor man angefangen hat? Kommt mir nicht unbekannt vor…Was Emily Miller also als einen entrüstenden Sonderfall in den Vereinigten Staaten beschreibt, ist hier in Deutschland der Normalfall.

Alles in allem ein Buch, das sowohl für Legalwaffenbesitzer als auch für die lesenswert ist, die sich für die amerikanische Lebenswelt interessieren. Ein Wehrmutstropfen gibt es allerdings für alle, deren Englisch nicht so firm ist: es ist nicht in deutscher Übersetzung erhältlich.

Emily Miller: Emily Gets Her Gun: But Obama Wants to Take Yours, Regnery/Gateway 2013, 368 Seiten.

2 thoughts on “Emily gets her gun…but Obama wants to take yours

  1. Das Buch liegt schon auf einem ganzen Stapel anderer, neben meinem Bett. Mal sehen, wann ich Zeit finde es zu lesen. Einzelne von Emily Millers Artikel habe ich schon online gelesen.

    BTW: Wenn Du auf Statistiken stehst -> http://gunfacts.info
    Da habe ich viel über die sogenannten „amerikanischen Zustände“ gefunden, was mir bisher nicht bekannt war und was oft nicht mal US-Journalisten wissen. Von deutschen Journalisten ganz zu schweigen.

  2. Pingback: Adam Winkler: Gun Fight: The Battle over the Right to Bear Arms in America | Die Waffe(n) der Frau

Kommentar verfassen