Drone meets shotgun – Kurioses aus den USA

4 Sep

Drohnen kann man auch hierzulande schon für wenig Geld erwerben. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich bisher schon mal von einer Drohne belästigt gefühlt habe, so oft sehe ich nicht mal Drohnen. Seit ich auf dem Land lebe, werde ich vielmehr von anderen Flugobjekten „belästigt“: von Fledermäusen, die fast täglich ab der Dämmerung in unser Haus eindringen und herumflattern. Aber ich mag Fledermäuse und fühle mich deswegen nicht von ihnen belästigt. Wie dem auch sei, ein Waffenbesitzer in Deutschland würde auch im Falle, dass er sich von einer Drohne belästigt fühlen würde, kaum auf die Idee kommen, diese über seinem Grundstück mit der Schrotflinte oder einer anderen Schusswaffe abzuschießen, zu tief ist das Wissen verinnerlicht, dass man als Waffenbesitzer nur ja schön brav zu sein hat, sonst könnten die Waffen weg sein.

Eine etwas andere Einstellung dazu scheint man in den ländlichen Gegenden der USA zu vertreten, wo der Grundstück- und Hausbesitzer je nach Bundesstaat deutlich mehr Spielraum zur Verteidigung von Besitz, Leib und Leben hat.

Frau aus Virginia schießt auf ihr Grundstück eindringende Drohne mit Flinte aus der Luft  (August 30, 2016)

Es war diesen Sommer, schon etwas zurück liegend, und nach der Kirche, als Jennifer Youngman sich auf ihrer Veranda im ländlichen Virginia entspannte und ihre Waffen putzte. „Das nächste, was ich hörte, war ein ‚buzzzzzz’“, sagte sie As It Happens-Gastgeber Dave Seglins.

Es war eine kleine Drohne, die von 2 Männern gesteuert wurde, die mit ihrem Wagen nahe ihrer Auffahrt geparkt hatten.

„Nun, das machte mich sauer,“ sagt sie.

Youngman sagt, dass sie Fremde genau unter die Lupe nehme, weil manchmal Leute auftauchen, um einen Blick auf ihren berühmten Nachbarn, den Schauspieler Robert Duvall, zu erhaschen. Sie sagt, dass sie die Drohne abgeschossen hat, um die Privatsphäre ihres Nachbarn, den Schauspieler Robert Duvall zu schützen. Sie verdächtigt nämlich die Drohnenpiloten, Bilder von Duvalls Grundstück schiessen zu wollen.

 

„Sie sind in meinen Luftraum eingedrungen. Sie haben das Vieh belästigt, Mr. Duvall wurde belästigt,“ sagt sie „Das waren mehr als genug Gründe.“ Also richtete sie ihre Flinte darauf und drücke den Abzug, als die Drohne nahe kam. „Und damit zerlegte ich sie in kleine Stücke.“

Youngman erklärt As It Happens, dass sie nicht sicher ist, ob es legal war die Drohne abzuschießen, aber sie bedauert es nicht.   „Man fliegt nicht mit Drohnen über den Besitz anderer,“ sagt sie.

Die zwei Männer haben die Botschaft verstanden, erzählt sie. Die beiden begannen auf die Flinten schießende Youngman zuzugehen, besannen sich aber schnell eines Besseren. Sie drehten um und gingen wieder zu ihrem Auto. Alles, was sie dann noch von ihnen sah, war Staub.

Möge die Philosophie Youngmans über Eindringlinge eine Warnung für andere sein:

„I like to shoot, and I like to kill, so when you cross the line please stand still.“

(Ich schieße gern, ich töte gern, wenn Du also einen Schritt zu weit gehst, dann halte bitte schön still.)

 

Nun, die Dame scheint Recht zu haben mit ihrer Vermutung, dass es nicht unbedingt legal ist, Drohnen abzuschießen, auch nicht über dem eigenen Grundstück. Ein Internetbeitrag von 2015 beleuchtet die rechtlichen Grundlagen und zusammengefasst kann man sagen, dass Drohnen als vollwertige Flugobjekte gesehen werden, deren Abschuss  federal law (18 USC § 32) verletzt. Auch wenn die Drohne des Nachbarn, die auf dem eigenen Grundstück herumschwirrt, nervt, es gibt nur einen legalen Grund, eine Drohne abzuschießen und das wäre Notwehr/Selbstverteidigung. Die Drohne müsste einen also attackieren (einen absichtlich zu rammen versuchen) oder eine Schussvorrichtung haben. Für Belästigung, Schutz der Privatsphäre usw. müsste man die Polizei verständigen.

 

Nun, die etwas robusteren Amerikaner der ländlichen Gegenden regeln Dinge gerne selbst und auf ihre Weise. Ich gebe zu, mir ist das nicht unsympathisch.

 

 

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