Die kleine Welt der Frauenzeitschriften und wenn sie über Waffen berichten

1 Apr

Frauenzeitschriften. Es gibt scheinbar unzählige davon, die mit Glamour und Luxus, die etwas biederen, für jüngere, für ältere. Ich lese keine davon, denn ich habe keine Lust, meine kostbare Zeit mit so sinnlosem Quatsch wie den neuesten Diäten, Moden oder wie man sich den ultimativen Traumtypen angelt, zu vergeuden. Wenn ich mal in einer Arztpraxis nichts Besseres finde, blättere ich ein paar durch und weiß dann wieder, dass da essentiell dasselbe drin steht wie vor 5 Jahren schon. Oder 10 Jahren. Nur etwas modernisiert.

Und ja, ich fühle mich ein wenig abgestoßen von Frauen, deren Welt offensichtlich deckungsgleich ist mit denen der Frauenzeitschriften, die zwar genau die neuesten Trends bei Make-up und Frisuren kennen, aber was das politische Tagesgeschehen angeht noch nicht mal BILD-Niveau erreichen.

Die Cosmopolitan hat auf ihrem Youtube-Kanal am 25.3.2016 einen „Gun talk“ veröffentlicht. Da sitzen sich mehrere Paare gegenüber, die Frauen sind „anti-gun“, die Männer „pro gun“ und Waffenbesitzer.

 

Emily Rupertus hat auf dem NRA-Blog einen Kommentar dazu veröffentlicht, den ich hier wiedergeben möchte:

 

Cosmopolitans „ehrliche“ Diskussion über Waffen und Beziehungen

„Offensichtlich hat die Cosmopolitan meinen Brief „Liebe Cosmopolitan, mit besten Grüßen, eine gute Frau mit einer Waffe“ vor ein paar Wochen nicht erhalten…

Das Magazin hat vor kurzem ein Video heraus gebracht mit dem Titel “Paare sprechen über Waffenbesitz”, in welchem Frauen sich mit ihren Waffen besitzenden „Partnern“ zusammensetzen, um über Waffen (Kontrolle) zu sprechen.

Zuerst mal dies: Ein Gespräch über Waffenbesitz ist in einer Beziehung, wie viele andere persönliche Themen, sehr wichtig. Es ist ein Teil dessen herauszufinden, wer jemand ist. Aber die Unterhaltung, die die Cosmopolitan in dem Video zeigt, ist beschämend. Als Frau fühle ich mich beleidigt. Als Waffenbesitzerin bin ich total angewidert. Ich erspare euch, diese schmerzhaft peinliche Darstellung einer „echten Konversation“ in einer Beziehung ansehen zu müssen. Alle Frauen haben Angst vor Waffen. Eine bezeichnet eine Waffe gar als eine “Todesmaschine”. Offensichtlich sind sie nicht im Umgang mit einer Waffe unterrichtet worden, ebenso wenig in Waffenrecht oder Sicherheitsvorschriften.

Leider sind die Männer nicht besser. Sie versagen nicht nur darin, irgendwelche Gründe für den Waffenbesitz darzulegen, es ist auch überhaupt keine Leidenschaft in ihrer Stimme, wenn sie ihre Rechte verteidigen. Mit ihren schwachen Versuchen sind sie alles andere als hilfreich, ihren Freundinnen Waffenbesitz verständlich zu machen.
Ich kenne Waffenbesitzer. Ich war mit Waffenbesitzern zusammen. Ich bin Waffenbesitzerin. DAS ist NICHT, wie ein Waffenbesitzer mit seiner besseren Hälfte über Waffen spricht.

Die Cosmopolitan beschreibt sich selbst als „eine Bibel für lebenslustige, furchtlose Frauen“. Furchtlos? Tja, das ist interessant, denn alles, was das Video versucht, ist die Furcht vor Waffen zu vergrößern, während sie Angst schürt, mit einen Waffenbesitzer auszugehen/zusammen zu sein.

Das ist aber keine Überraschung, weil die Cosmopolitan sich vor ein paar Monaten mit „Everytown for gun safety“ (die Organisation wird von Bloomberg finanziert) zusammen getan hat, um die “Singled out”-Kampagne ins Leben zu rufen. Die Kampagne und die Artikel, die dafür geschrieben wurden, sind dazu gedacht, Frauen zu stärken. Um sie wissen zu lassen, dass sie ein Mitspracherecht über Waffen in Beziehungen haben…

Meine Damen, ich weiß nicht, wie es euch ging, aber nachdem ich das Video gesehen habe, habe ich mich das Gegenteil von gestärkt gefühlt. Alles, was die Cosmopolitan getan hat, war der Versuch, die Geschlechterkluft unter Waffenbesitzern zu verbreitern, obwohl sie sich in Wahrheit immer weiter schließt.

Ich sage euch, wie ich mich gestärkt fühle: Ich bin gestärkt durch Wissen, durch Training und dadurch, dass ich an meine Verfassungsrechte glaube. Ich habe mich mit den Werkzeugen und der Ausbildung bewaffnet, die ich brauche, um mich selbst zu verteidigen. Auf dem Weg dorthin habe ich ein neues Hobby gefunden und eine Leidenschaft entwickelt. Ich bin nicht wegen meiner Waffe stärker geworden. Ich bin stärker geworden, weil ich die Verantwortung für mein Leben und meine Sicherheit übernommen habe.

Ich hätte gerne, dass die Frauen in diesem Video aufgeschlossen sind. Kommt zur NRA-Range. Nehmt an einem Schusswaffen-Training von einen zertifizierten Instruktor der NRA teil. Lernt etwas über dieses Werkzeug und die Menschen, vor denen ihr so Angst habt, bevor ihr euer Urteil fällt. Vielleicht würde die Unterhaltung mit eurem Freund dann ein wenig anders ausfallen.“
Dem Kommentar kann ich mich nur anschließen. Ich fühle mich beim Schauen des Videos auch mal wieder peinlich berührt, so als Frau. Was mich aber auch ein wenig schockiert ist diese „Singled out“-Kampagne, die, laut dem Text von Rupertus „dazu gedacht (ist), Frauen zu stärken. Um sie wissen zu lassen, dass sie ein Mitspracherecht über Waffen in Beziehungen haben.“ Ich konnte Partner, seien es Männer oder Frauen, noch nie ab, die dem anderen seine Hobbys verbieten wollen. Wenn über Hobbys oder Weltanschauungen, an denen jemand mit Herzblut hängt, so große Divergenz besteht, dann ist das wahrscheinlich nicht der richtige Partner.

Wenn die Divergenz nicht ganz so fundamental ist, hilft es, vorurteilsfrei und aufgeschlossen zu sein. Ein am 1. April 2016 auf VICE erschienener Artikel zeigt sehr schön, wie dieses „aufgeschlossen“ nämlich aussehen könnte…

 

 

 

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