„Das ist Dein Feind!“

8 Nov

In der letzten Zeit häufen sich die Meldungen, dass die Deutschen und Österreicher aufrüsten. Die Verkaufszahlen von Pfefferspray und CS-Gas sind um 600% angestiegen. Auf Facebook liest man, dass die Lieferzeit für Munition immer länger wird. In Österreich sind Schrotflinten ausverkauft, Leute strömen in Kurse, die zum Erwerb von Handfeuerwaffen nötig sind und Waffenbesitzer werden immer häufiger von Freunden und Bekannten angesprochen, was man denn tun muss, um an eine Waffe zu kommen. Für manche ist Legalität dabei nicht unbedingt die höchste Priorität. Es wird auch berichtet, dass besonders viele Frauen unter den „Besorgten“ sind. Wer einen Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen nach Europa leugnet, muss schon sehr naiv oder ideologisch verblendet sein. Ob diese Angst in dem Maße gerechtfertigt ist, ist eine andere Frage. Aber dass besonders Frauen eine erhöhte Gefahr für sich sehen (sexuelle Belästigung, Vergewaltigung), ist bei den Berichten über die prekäre Lage der weiblichen Flüchtlinge in den Lagern und Artikeln über Belästigungen und Vergewaltigungen von Frauen der hiesigen Bevölkerung verständlich. Zudem kann jeden, der klar denken kann, ein ungutes Gefühl beschleichen, wenn er an die noch kommenden Flüchtlinge und die Aussicht, dass viele den kalten, nassen deutschen Winter in Zelten verbringen müssen, denkt. Ist es so abwegig, dass eine Masse an verzweifelten Menschen, die wahrscheinlich durch völlig falsche Vorstellungen befeuert losgezogen sind, ausrasten können und hier Zustände, wie sie die USA zur Genüge kennt, ausbrechen? Wer wird annehmen, dass unsere Regierung, die sich bislang in dieser Sache nur durch Unfähigkeit hervorgetan hat, das Ganze in den Griff kriegt? Wer von denen würde Polizei oder Militär gegen eine marodierende Masse einsetzen? – oh Gott, was könnte das Ausland von uns denken?

Wer jetzt denkt, dass ich das Feindbild vom „bösen Flüchtling“ schüren will, der liegt falsch. Ich wollte nur ein Szenario heraufbeschwören, das durchaus möglich ist. Zustände, die möglich sind. Wo dann so einiges in unserer fragilen, hochtechnisierten modernen Welt nicht mehr funktionieren könnte. Auch wenn immer mehr Menschen „aufzurüsten“ scheinen, es gibt immer noch genug, die das nicht tun. Somit könnte dein Feind  in diesem Szenario nämlich dein gutmenschlicher Hipster-Nachbar sein. Der dich jetzt (noch) schief anschaut, wenn du deine Waffen ins Auto lädst, um zum Schießstand zu fahren.

Im Folgenden möchte ich einen Beitrag der Webseite „299Days“ übersetzen:

 

“Dieser Typ ist Dein Feind. (Also, während des Zusammenbruchs).

Er sieht nicht so aus. Tatsächlich sieht er eher feige aus. Er ist nicht der knallharte Homeland Security-Typ, der deine Tür eintritt um deine Waffen zu holen, also kann er keine Gefahr sein, richtig?

Falsch. Absolut falsch. Er ist für die meisten von euch eine größere Bedrohung als die Regierung.

Natürlich wird die Regierung eine Bedrohung sein, besonders in den städtischen Gebieten, wo sich sich sammeln werden und sich in ihren „Lehen“ an die Macht klammern werden. Gangs werden auch eine Bedrohung sein (mehr dazu im 2. Teil dieser Serie). Mein Punkt ist aber, dass der Typ auf dem Bild oben – der unvorbereitete Nachbar – der ist, der am wahrscheinlichsten versuchen wird, dir deine Sachen wegzunehmen und, wenn nötig, dich und deine Familie verletzen wird.

Wer ist der Typ und warum ist er eine Gefahr?

Er ist der Typ der neben dir wohnt.  Nur ein ganz gewöhnlicher Typ.  Vielleicht hast du sogar mal versucht, ganz zaghaft das Thema auf das Vorbereitet-sein zu lenken.  Er sah dich an, als ob du vom Mars gefallen wärst und sagte, etwas sarkastisch: “oh, wie die Leute auf “Doomsday Preppers”?“ Als guter (effeminierter) Mann der Vorstadt  denkt er, dass Prepper eine Bande von rechtslastigen Verrückten sind, die irgendeine fetischistische Beziehung zu Waffen haben. Er hatte genug Gelegenheiten, Vorsorge zu treffen, aber er investierte sein Geld und seine Zeit lieber in Konzerte, modische Kleidung und was sonst so die Mehrheit Amerikas für wichtiger hält, als für sich und seine Familie Vorkehrungen für eine Krise zu treffen

Dann tritt der Kollaps sein. Schon bald hat sein Premium-Supermarkt keinen Ziegenkäse mehr und die Polizei funktioniert nicht mehr. Nachdem der Schock und die vollständige Ungläubigkeit nachgelassen hat, hat er Todesangst. Er hat nicht einfach nur Angst, er ist kurz-vor-dem-Durchdrehen hysterisch. Er ist wegen der Schüsse, die er hört, schon seit Tagen wach, das Baby weint und seine Frau schreit ihn schon seit Stunden an: “Mach was!” (Das ist übrigens eine andere, eigene Geschichte, denn sie war ja diejenige, die ihm gesagt hat, dass er keine Waffe haben darf wie Todd und Chloe in der Buchreihe 299 Days) Dein unvorbereiteter Nachbar denkt nicht rational.  Er ist verzweifelt. Experimente zeigen, dass Menschen nach 72 Stunden ohne Essen –auch  “nette” Menschen – schreckliche Dinge tun werden, um sich und ihre Familie mit Nahrung zu versorgen.  Er muss sie zum Schweigen bringen, Nahrung besorgen und sich sicher fühlen. Er wird alles tun, um das zu verwirklichen. Alles.

Er erinnert sich an die Unterhaltung, die er mit Dir hatte – darüber, dass Du “ein wenig Nahrung auf Vorrat hast, im Falle, dass während des nächsten Eissturms der Strom ausfällt”. Er erinnert sich daran gesehen zu haben, dass du eine Waffe ins Auto geladen hast an dem Tag, als du zur Schießstätte gefahren bist. Es wird ihm alles “klar”: Du musst ihm Nahrung und eine Schusswaffe geben. Es ist nur fair. Nebenbei versucht er sich selbst zu versichern, dass du ein netter Typ bist. Du wirst ihm helfen.

Er kommt zu dir herüber. Er ist nervös und hat Angst davor, was er tun wird. Er klopft höflich an deine Tür.  Du weisst nicht, dass er es ist,  also gehst Du nicht an die Tür – Raubüberfälle passieren überall und das letzte, was du tun willst, ist irgend jemanden herein zu lassen.

Das Klopfen wird lauter. Dann noch lauter; Jetzt ist es schon ein Hämmern. Wer auch immer an deine Tür klopft, er ist sauer.

Schließlich erkennst du seine Stimme.

Solltest Du ihn rein lassen?

Wie du dies beantwortest, ist eine persönliche Wahl und hängt von den Umständen ab. Dennoch, mein Punkt ist, dass du den Typ als das erkennen must, was er ist: Dein Feind. Das hört sich hart an, aber hier folgt der Grund, warum das so ist.

Du kannst sein Problem nicht lösen.

Du kannst nicht ihn und seine Familie für die nächsten Monate oder gar Jahre durchfüttern oder sein Grundstück die ganze Nacht bewachen anstatt dein eigenes. Du kannst es einfach nicht.  Das war SEIN Job und er hat kläglich versagt. Er fühlt sich gedemütigt, weil er nicht für seine Familie vorgesorgt hat – und seine Frau hört nicht auf ihn anzuschreien. Du bist der Grund (in seinen Augen), dass sein Problem nicht gelöst wird. Also, anstatt dass du in der Lage bist, sein Problem zu lösen, BIST du sein Problem.

Ob ihn nun rein lässt und ihm ein wenig Nahrung gibst, er wird anfangen, mit allen Nachbarn, die genauso unvorbereitet sind wie er, darüber zu quatschen. Sie werden zu dem Schluss gelangen, dass du ein „Horter“ bist. Vielleicht sucht die Regierung nach “Hortern” oder “illegalen Waffen” und einer der Nachbarn schlägt vor, dass sie dich melden. Du verstehst, was ich meine. Dieser Typ ist dein Feind.

Was kannst Du tun? Zwei Dinge.

Erstens: Erkenne, dass ein scheinbar harmloser Typ wie dieser wirklich dein Feind werden kann.Das zu erkennen ist der erste – und größte – Schritt, dieses Problem erfolgreich anzugehen.

Zweitens: Verlass beim kleinsten Anzeichen eines Kollapses diese Nachbarschaft. “

 

Das könnte auch der Typ „besorgter Bürger“ sein, der einem Nachbarn das SEK auf den Hals hetzt, weil bei ihm „Sturm- und Maschinengewehre“ gesehen hat, auch wenn es sich nur um frei verkäufliches Spielzeug handelt…

Wer kennt sie nicht, diese Typen, die glauben, dass die Regierung schon alles richten wird, nichts könne passieren? Die sich nur mit den tagesaktuellen Dingen ihres kleinen Hipsterlebens beschäftigen und ansonsten eben brav das wiederkäuen, was von einem urbanen, modernen Mittelschichtler erwartet wird und was ihm die links-grünen Leitmedien vorgeben zu denken? Für den Waffen und Waffenbesitzer pfui sind? Leute, die sich mit Selbstschutz beschäftigen, ängstliche Fanatiker? Leute, die Vorkehrungen welcher Art auch immer treffen, Spinner, Verschwörungstheoretiker? Der sagt, er brauche keine Vorräte, sein Vorratsraum und Lager sei Aldi und Lidl, äh, nein, natürlich Bio-Company und Alnatura?

Da diese Menschen ihren Lifestyle und ihre Moral (die ja angeblich so menschenfreundlich ist) nur wie eine Maske übergezogen haben, diese von außen kommen, fällt diese Moral sehr schnell, wenn sie denn wirklich gefordert wäre. Wann wird diese Moral denn je wirklich herausgefordert? Offenbahren sie Umweltbewusstsein, weil sie ein Hybridauto fahren? Offenbahren sie Humanität, weil sie mit einem „Refugees Welcome“-T-Shirt rumlaufen? Ob eine moralische Haltung funktioniert, zeigt sich nicht dann, wenn Dinge Bestens laufen, sondern wenn es Scheiße läuft. Ziel muss es also sein, sich eine Moral anzueignen, die auch funktioniert, wenn man nicht mehr (Soja-)Latte-Macchiato-schlürfend und auf dem MacBook herumtippend im veganen Szene-Café sitzen kann.

Für diese Sorte Typ wird das nicht funktionieren. Und was aus ihm dann wird, was er zu tun bereit ist, will man gar nicht wissen. Also, hüte dich vor ihm.

5 thoughts on “„Das ist Dein Feind!“

  1. Yapp! Ein Prepper – oder einfach nur ein Mensch, der die noch in den 70ern übliche Vorratshaltung (14 Tage bis 4 Wochen) betreibt, kann Probleme durch Nachbarn bekommen. Ich verlinke gerne auf diesen Erfahrungsbericht vom Hurricane Kathrina, was ein lokal begrenztes, wenn auch großflächiges Ereignis war:

    http://www.frfrogspad.com/disastr.htm

    Eine deutsche Übersetzung gibt’s hier:
    http://www.human-survival-project.de/html/erfahrungsberichte.html

    Klar – das bezieht sich jetzt auf die „amerikanischen Zustände“, aber einiges davon ist auch auf EU-Verhältnisse anwendbar. Interessant sind auch solche Seiten wie http://tanknotstrom.de die auf Vorsorge bei großflächigen, andauernden Stromausfällen abzielen. Da gibt’s einige interessante Studien verlinkt. U.a. das hier: http://www.tanknotstrom.de/assets/content/images/pdfs/cd%20sima%20plnderungen088_105_cd2_11.pdf

    Die allermeisten Leute haben keinerlei Risikokompetenz und bilden sich ein, daß Staat und Hilfsorganisationen immer helfend zur Stelle sind. Schließlich haben sie das bei Katastrophenlagen, wie z.B. großen Überschwemmungen, usw. immer unter Beweis stellen können. Es gibt aber einige Lagen bei denen weder Bund/BBK noch NGOs helfen können – da ist der Bürger auf sich selbst gestellt. Schon ein deutschlandweiter Stromausfall von 1 Woche würde die öffentliche Ordnung völlig zusammenbrechen lassen und es gibt noch viele weitere Szenarien wo unser Katastrophenschutz völlig überfordert wäre. Unsere Gesellschaft ist ein ziemlich fragiles Ding und es gibt ein paar sehr neuralgische Punkte an denen sie schwer getroffen werden kann. So schwer, daß die öffentliche Ordnung innerhalb von wenigen Tagen komplett zusammenbrechen kann. Der normale Bürger will so etwas nicht wahrhaben. Er kann und will nicht so weit denken und die Konsequenzen werden u.a. die Leute zu spüren bekommen, die ein bisschen vorausschauender waren.

    Die Empfehlungen vom BKK (Für den Notfall vorgesorgt) werden großflächig ignoriert – sicher auch, weil sie nicht propagiert werden. Die Leute™ könnten ja davon beunruhigt werden, dabei wären es nur vernünftige Maßnahmen, die jeder für den Fall der Fälle treffen könnte. Ob Naturkatastrophe, technische Katastrophe oder gesellschaftliche Katastrophe – es kann jeden treffen. Es ist auch nicht die Frage ob, sondern wann so eine Lage eintrifft.

  2. Wirklich ein sehr guter Kommentar. Vielen Dank für deinen Beitrag Aber ich glaube die wahre Gefahr kann sich auch erst in späteren Jahren offenbaren! LG Sabine :-)

    • Es geht ja nicht nur ums Aufrüsten sondern um die innere Sicherheit eines Landes. Viele glauben, dass das Land dh die Exektutive die Sicherheit nicht mehr im Griff haben! Aus diesem Grund kaufen sich die Menschen Waffen. Heute in Leytonstone war so ein typischer Vorfall wo sich die meisten gedacht haben, ich sollte wohl besser auch ne Waffe tragen.

Kommentar verfassen