Das Drama von Köln

5 Jan

Es hat ein bisschen länger gedauert als sonst, bis die Nachricht durchsickerte. Zuerst berichtete nur die Lokalpresse von einigen Vorfällen (am Samstagnachmittag sprach die Polizei noch von 30 Betroffenen und 20 Tätern), Handy- und Gelddiebstahl, sexuelle Belästigungen – das ganze Ausmaß der Übergriffe stellte sich erst jetzt heraus: Bis heute Nachmittag gab es 90 Anzeigen, die Zahl der Täter beläuft sich wohl auf 50, 100, mehrere 100? Man weiß es nicht. Die Dunkelziffer an Straftaten liegt wahrscheinlich deutlich höher, wer wirklich als Täter eingestuft werden kann, wird wohl schwammig bleiben. Aber man kann auch als Fakt festhalten: Es waren ca. 1000 Männer aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum vor Ort, von denen eine Teilmenge den Platz vor dem Kölner Dom bzw. dem Hauptbahnhof genutzt haben, um Diebstähle und sexuelle Übergriffe, zum Teil massive Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung (bislang 1 belegte Anzeige) zu begehen. Es sollen ca. 150 Beamte, teils in Zivil, vor Ort gewesen sein, eine Beamtin berichtete, dass ihr ebenfalls in die Hose gegriffen worden sei. Die Frauen, die bei dieser Überzahl an Männern deutlich in der Unterzahl waren, wurden von Männergruppen umzingelt und angegangen. Sie berichten von Schock und Angst. Die überwiegend jungen Männer von ca. 15-35 Jahren seien teils betrunken und aggressiv gewesen.

Soviel zu den wohl als gesichert geltenden Fakten.

Heutzutage scheinen aber die Fakten nur noch zweitrangig zu sein (siehe Waffenrecht und Fakten zu Kriminalität und Waffenrecht!), wichtig ist, was Presse und Nutzer sozialer Netzwerke (und des Internets allgemein) daraus machen. Es wurde heftig spekuliert, ob es sich bei den Tätern nun um Flüchtlinge handelt oder nicht (oder zu wie viel Prozent…?). Das erste Programm des Staatsfernsehens (ARD) mit einem Interview des NDR-Reporters Hilmer ist mal wieder mein absoluter Favorit. Hilmer schwadroniert darüber, dass man erst klären müsse, ob es in Köln ein „so genanntes Phänomen“ sei/war (???). Die Täter hätten sich auch nicht über das Internet verabredet (Vergewaltigungs-Flashmob???), sondern aus der Menge von ein paar hundert Männern hätten halt ein paar, so 15-20, Frauen „angetanzt“…Immerhin erwähnt er beiläufig, dass sexuelle Übergriffe stattgefunden haben. Viel wichtiger scheint ihm aber die Erwähnung, dass – auch wenn bei den Anzeigen von „arabisch aussehenden Männern“ gesprochen wird – die Zeugenaussagen „diffus“ seien und – jetzt kommts! – man es auf keinen Fall mit der Flüchtlingsdebatte vermischen darf! Dann redet er sofort von dem rassistischen Mob, der da im Netz tobt und der Frauen, die „Verständnis“ für Flüchtlinge äußern, sofort wünscht, von solchen Leuten vergewaltigt zu werden. Ich hätte bei diesem Interview im Schwall kotzen können. Wie im Staatsfernsehen heutzutage üblich wird hier von der eigentlichen Thematik, nämlich dass sexuelle Übergriffe auf Frauen stattgefunden haben – und zwar von Männern, die seit einiger Zeit in großer Zahl aus einem Kulturkreis und mit einer Religion zu uns ziehen, in dem Frauen nun mal Menschen zweiter Klasse sind – abgelenkt auf die Thematik des „rassistischen Mobs“, also der bösen deutschen Nazis. Ich als Frau kann da nur sagen: Schande über Sie, Herr Hilmer! Man kann leider nicht alles sein, frauenfreundlich, schwulenfreundlich und „ausländerfreundlich“, also eine Ausländerfreundlichkeit, die auch „Freundlichkeit“ gegenüber Menschen, die eben die vorgenannten Gruppen mit Füßen treten, mit einschließt.  Auf welche Seite er sich geschlagen hat, sehen wir ja. Für mich hat er sich als nichts als ein mieser Chauvinist erwiesen, der die sexuellen Übergriffe verharmlost (ich sage nur „antanzen“!?!?). Wenn man andere Berichte liest, die Zeugenaussagen wider geben, ergibt sich da ein Bild, das einem eher Angst und Schrecken einjagt.

 

Angst und Schrecken? Ich bin nicht gerade für Angst und Schrecken bekannt, aber dafür, dass ich mich für ein liberales Waffenrecht ausspreche, gerade auch aus feministischer Sicht. Aber jenes Szenario eignet sich dafür leider nicht, so Leid es mir tut. Bestimmt findet man im Netz, in den einschlägigen sozialen Netzwerken und Foren, wenn man sucht, den Spruch „das wäre nicht passiert, wenn sie bewaffnet gewesen wären!“. Was hätten sie tun sollen? Die Waffe ziehen und sie sich von dutzenden Männern abnehmen lassen, die sich auf sie gestürzt hätten, hoch erfreut, so einfach und günstig an eine Waffe ran zu kommen? In die Menge schießen? Und auch die waffenlose Selbstverteidigung, die ich für sehr nützlich für Frauen halte, hätte da versagt. Frauen sprachen von Gruppen von 40-100Männern, durch die sie gehen und von denen sie sich begrapschen lassen mussten. Ganz ehrlich, da hätten auch Bud Spencer und Terence Hill die Flinte ins Korn werfen müssen….Nein, Schusswaffen (zur Selbstverteidigung) und Selbstverteidigung taugen bei einem bis höchstens wenigen Tätern, nicht bei großen Tätermengen in Menschenmassen. Menschenmassen sind allgemein etwas Furchtbares. Wie man sieht, konnten die ca. 150 Polizeibeamten weder etwas mitbekommen, geschweige denn dagegen tun. Täter gehen in Menschenmengen unter und können aus diesen heraus agieren, sich dabei auch noch sicher fühlen. Tritt eine Massenpanik auf, ist alles zu spät. Für mich gilt: Menschenmengen möglichst meiden. Für mich ist das leicht, ich bin nicht so der Partymensch. Aber für die, deren Naturell (oder Alter!) das entspricht, sollte das doch möglich sein, ohne sich in ein völlig unkalkulierbares Risiko, sei es ausgeraubt oder sexuell belästigt zu werden, zu begeben.

Gute und deutliche Worte findet meiner Meinung nach Alice Schwarzer (von der ich ja keine ausgewiesene Anhängerin bin), sowie ein weiterer Emma-Beitrag und zwei Beiträge auf Tichys Einblick.

Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob die Täter nun Flüchtlinge waren oder schon länger und mit anderem Status im Land sind. Wer das Recht eines jeden hier auf Unversehrtheit an Leib und Leben so mit Füßen tritt, gehört hier nicht her oder entsprechend bestraft. Die Polizei ist immer weniger in der Lage die Bürger dieses Landes – und damit meine ich ganz explizit auch die ausländischer Herkunft, die hier friedlich leben, insbesondere auch die Frauen, Kinder und Angehörigen verfolgter Minderheiten  – zu schützen und Straftäter lachen über unsere Polizei und Justiz. Es wird Zeit, dass der Staat den Bürgern erlaubt, sich selbst zu schützen – und zwar mit adäquaten Mitteln. Die hätten in jenem Fall nicht viel geholfen, aber sie könnten langsam einem bestimmten Menschenschlag deutlich machen, dass wir keine leichten Opfer sind. Eine Waffenrechtsliberalisierung könnte da ein gewisses Signal senden. So, wie es erst in Texas geschehen ist…

8 thoughts on “Das Drama von Köln

  1. Und deswegen müssen die Discos & Co. künftig Pfefferspray und Gaswaffen mit Kleinem Waffenschein dahingehend zulassen, dass man diese Dinger an der Garderobe abgeben kann – und nicht, wie bereist geschehen, zum Hausverbot führen, wenn so ein Teil in der Manteltasche beim Garderobenaufhängen entdeckt wird.

    Der nach Hause weg ist gefährlicher geworden, insbesondere für die, die kein Auto haben.

  2. Pingback: #Köln: Beurteilung der Vorfälle aus Sicht einer waffenaffinen Frau – German Rifle Association

  3. Ich habe nun langsam das Gefühl, daß die demokratischen Grundwerte unseres
    Landes völlig ausgehölt werden. Schaut denn unsere Politik nur noch zu? Verstehen diese
    denn nicht was passiert ? Ist es egal ? Soll aus diesem Land ein rechtsfreier Raum entstehen? Ein Arabischer Frühling auf Deutschem Boden? Wie kann es denn sein , daß in Köln 150 Polizeibeamte vor Ort sind und nicht einschreiten ? Ist unsere Gewaltenteilung am Ende ? Hat Herr Donald Trump recht – wenn er von Deutschland spricht ?

  4. Dass 150 Polizeibeamte da waren und nicht eingeschritten sind, schockiert mich schon. 150 ausgebildete, auf solche Situationen (z.B. Demonstrationen / Gruppen abdrängen / Gruppen isolieren) geschulte Beamte stehen tatenlos herum??!? Und bekommen nix mit??? Das ist mehr als eine Hundertschaft!! Unbegreiflich für mich.
    Ich war nicht dabei und kann deshalb eigentlich nicht mitreden – aber auch als ueberzeugter Macho sage ich: DAS GEHT GARNICHT!! Solche „Migranten“ gehoeren nicht in mein Land: Bestrafen und raus damit!

  5. Wenn man sich mal die Kommentare von Polizeibeamten bei Copzone ansieht, dann kriegt man mit, mit welchen Problemen die dort zu kämpfen hatten: http://www.copzone.de/phpbbforum/viewtopic.php?f=14&t=80675

    Die Polizisten sind durchaus eingeschritten. Vor allem die Bundespolizei am Bahnhof. Für die Domplatte waren die aber da nicht zuständig. Vor dem Dom gab es rund 1000, teils sehr aggressive Leute, die die Beamten mit Böllern beworfen und Raketen beschossen haben. Was will man da mit 150 Beamten ausrichten?

    Nur zur Verdeutlichung: von den 7 Einsatzhundertschaften der Landespolizei sind 5 durch Flüchtlingsbetreuung permanent gebunden. Das wird in Nordrhein-Westfalen auch nicht anders sein (dafür habe ich keine Zahlen, aber so gut wie alle Länderpolizeien haben einen Großteil ihrer Hundertschaften zur Unterstützung der Bundespolizei an die Grenzen verlegt.) Da bleibt nicht viel übrig. Auf „Normallagen“ kann noch halbwegs reagiert werden. Aber auf so was nicht mehr.

    Schuld hat die Politik und die Polizeioberen, die da mitspielen. Ausbaden muß es der einfache Beamte.

    • Leider ist es so. Der Beamte vor Ort macht es sowieso falsch: Schreitet er gleich maechtig ein, wird nachher um die „armen Fluechtlinge“ gejammert. Schreitet er zu spaet ein, reicht die Kraft (Kraefte) nicht, alles in den Griff zu bekommen und er bekommt die Schuld an der Eskalation.
      Es ist ja wohl auch versucht worden, einen Teil der Gruppen „nach Norden“ abzudraengen. Mittlerweile sehe ich das Problem auch in unkoordinierten Einsaetzen kleinster Einheiten oder Einzelner, die natuerlich in einer solchen Lage nicht viel ausrichten koennen. Weiters kreist das Geruecht, es haben 3 Einsatzzuege noch in Bereitschaft gestanden, aber „Koeln“ habe aktiv angebotene Verstaerkung abgelehnt (Aussage des Landeslagezentrums?)
      Meiner Ansicht nach ist zuerst die unfaehige Politik verantwortlich zu machen, weil die seit Jahren(!!) mit ihrem Spar-Wahn an den falschen Stellen spart und so ihre Aufgabe, Schaden abzuwenden, nicht verstanden hat. Weiters kann im konkreten Fall die wohl offensichtlich ueberforderte Polizeifuehrung auch nicht ganz aus der Haftung entlassen werden – Man hat wohl die tatsaechliche Lage nicht wirklich uebersehen. Vielleicht spielte die „politische Korrektness“ auch eine Rolle.
      Wie dem auch sei, der reale „Schutzmann“ auf der Strasse ist der angeschiss….

  6. Pingback: Eine Pro - Waffenbesitz Frau über die Notwendigkeit zur Selbstverteidigung — Opposition 24

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