„Andreas-Baader-Gedächtnis-Schützenverein e.V.“

11 Jul

Im Zuge des umfangreichen Medienechos wegen der Erschießung zweier Schwarzer in den USA innerhalb von wenigen Tagen durch die Polizei, tauchte auch ein Artikel auf, den ich sehr interessant finde, insbesondere im Bezug auf Waffen und Waffenrechte.

 

In jenem auf Breitbart erschienenen Artikel wird Babu Omowale, der „Verteidigungsminister“ der New Black Panther Party, zitiert, worin er schwarze Amerikaner dazu auffordert, in die Südstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia und South Carolina zu ziehen, sukzessive die weißen Amerikaner zu verdrängen, die Macht an sich zu reißen und so einen Staat im Staate zu gründen.

 

Die historische Black Panther Party

 

Um diese höchst interessante Nachricht in den historischen Kontext einordnen zu können, muss man zunächst wissen, wer bzw. was die ursprüngliche Black Panther Party war, ihre Ziele und ihren Werdegang kennen.

 

Die Black Panther Party for Self-Defense wurde 1966 von Huey P. Newton und Bobby Seale als Antwort auf die zu jener Zeit evidente Unterdrückung und Polizeigewalt gegen Schwarze gegründet. Bei der Gründung war der Kerngedanke der Bewegung, dass bewaffnete schwarze Bürger in den Vierteln patrouillierten und bei Polizeieinsätzen die Kontrollierten über ihre Rechte aufklärten und insofern Hilfe leisteten, dass Polizisten sich nicht getrauen sollten, in Gegenwart bewaffneter Bürger ihre Kompetenzen zu überschreiten. Die Bewegung wurde aber sehr schnell in ihrer politischen Ausrichtung schwarz-nationalistisch und sozialistisch. Da die Bewegung in diesem politischen Rahmen kostenloses Frühstück für Schulkinder organisierte und auch im Gesundheitswesen, Bildungswesen und anderen sozialen Projekten Hilfe für sozial Schwache aufbaute, wurde die BPP von der Presse wohlwollend behandelt und erfuhr viel Unterstützung. Ihren Höhepunkt erreichte die BPP 1970, innere Kämpfe um die Führung der Partei sowie ein Abdriften in Verbrechen und illegale Geschäfte, das Luxusleben und der Drogenkonsum der Führung führten zu einem kontinuierlichen Absinken der Unterstützung und der Mitgliederzahlen. 1980 hatte die BPP noch 27 Mitglieder.

Die BPP wurde 1982 aufgelöst. 1989 wurde Huey P. Newton von einem Mitglied der Black Guerilla Party auf offener Straße erschossen.

1989 formierte sich auch eine New Black Panther Party, die aber von ehemaligen BPP-Mitgliedern abgelehnt wurde und die deswegen jeden Zusammenhang mit der BPP abstritten. Diese Ex-BPPs waren bzw. sind in der Huey P. Newton Foundation organisiert.

 

Der Huey P. Newton Gun Club

 

Nach diesem kurzen historischen Exkurs sollte es einen also nicht verwundern, dass der von Babu Omowale mitgegründete Gun Club nach dem „Verteidigungsminister“ und Gründer der BPP, Huey P. Newton, benannt wurde.

Auf der Webseite des Clubs werden die Ziele recht klar benannt:

  • Gegen Polizei- und andere Gewalt gegen Schwarze
  • Beendigung der Gewalt Schwarze gegen Schwarze
  • Abschaffung der Todesstrafe (weil es überwiegend Schwarze trifft)
  • Bildung für Schwarze
  • Ausbildung an der Waffe für Schwarze

Und es wird konstatiert, dass der Huey P. Newton Gun Club nicht nur „militant“ sein, sondern mit der Zeit eine eigene „schwarze Armee“ bilden möchte. Zu diesem Zweck findet die Ausbildung an der Waffe statt (es hat doch niemand von Euch braven Deutschen geglaubt, die wollten nur zum Ringe-Zählen auf Pappscheiben schießen, oder?).

 

Da kann ich nur sagen: Alle Achtung, Amerika!

Ich stelle mir vor, was passieren würde, wenn wir hier in Deutschland einen „Andreas-Baader-Gedächtnis-Schützenverein e.V.“ (es darf wahlweise auch der Gudrun-Ensslin-Gedächtnis-Schützenverein sein, vielleicht als Frauen-Club?) gründen würden und auf der Webseite verkünden, dass wir in naher Zukunft eine Armee aufzustellen gedenken, um – sagen wir mal – Baden-Württemberg und Hessen unter unsere Kontrolle zu bringen….

 

 

 

3 thoughts on “„Andreas-Baader-Gedächtnis-Schützenverein e.V.“

  1. Unterhaltsam. Aber das mit dem militanten Schützenverein wird wohl nix. Da stören nämlich die strengen deutschen Waffengesetze mit Registrierung und Überwachung der politischen und religiösen Gesinnung.

    Die freiheitliche Waffengesetzgebung in vielen US-Staaten und das 1st, 2nd und 4th Amendment erlaubt so etwas. Bei uns wäre so etwas wohl undenkbar.

  2. Nunn ja, ich musste trotzdem schmunzeln.

    In den USA werden ….so viel ich es noch im Kopf habe, 85% der Schwarzen von Schwarzen erschossen.
    Auch schwarze Polizisten sind da inbegriffen, verursachen aber nur Fälle im einstelligen Prozentbereich.

    So gesehen ist das was der Verein anstrebt, ein Wahnsinn.
    Er schreibt zwar in seinen Zielen etwas von ……“Beendigung der Gewalt von Schwarzen gegen Schwarze“ das dürfte aber nur etwas kaschieren was nicht abzustreiten ist.

    Generell sind die „Schwarzen“ selber das grösste Problem im Zusammenhang mit Schusswaffen in den USA.

  3. Owomaltine hat vergessen, daß in den „Schwarzen Staaten von Amerika“ leider keiner mehr die Foodstamps erwirtschaftet.
    Da wird für Waffen und Munition kaum ein Cent übrigbleiben, wenn der Bedarf an Fritten, Burgern und Bier gedeckt werden soll, den Rastus P. Coon und Dindoo Nuffin ja auch haben.

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